Foodfachzeitung im Internet
Montag, 8. Dezember 2025
Report
Druckansicht02.05.2009
Weinkanton Schaffhausen: Edle Tropfen vom Blauburgunderland
Schaffhausen, der kleinste Kanton der Schweiz und vollständig auf der deutschen Rheinseite gelegen, war Gastkanton am Zürcher Sechseläuten. Grund genug, die Region, die sich Paradies nennt, einmal kulinarisch zu durchleuchten. Dabei fällt die relativ grosse, vielseitige und hochstehende Weinproduktion auf. Ein bekanntes Schaffhauser Produkt ist etwa der landesweit bekannte Rimuss, ein moussierender Traubensaft der Rimuss- und Weinkellerei Rahm AG in Hallau.


Die jährliche Traubenernte im Schaffhauser Blauburgunderland ist durchschnittlich 15 Millionen Franken wert. Zwanzig Gemeinden bauen auf rund 500 Hektaren Reben an. 20 Kellereibetriebe, etwa 17 grössere Selbstvermarkter und rund 500 Winzer und Freizeitwinzer gibt es im Schaffhauser Blauburgunderland.

Allein aus Blauburgunder lassen sich neun verschiedene Weintypen kreieren! Mal perlt er als bernsteinfarbener Federweisser im Glas, mal als süffiger Rosé, mal als klassischer Roter abhängig davon, wie lange Saft und Häute zusammenbleiben. Erntezeit und Lagerung bestimmen, ob der Blauburgunder als gehaltvolle Spätlese verführt. Oder als süsser Eiswein. Oder als Barrique mit Holznote. Dazu kommt die Lage. Wie ein Chamäleon zeigt der Blauburgunder je nach Boden eine andere Erscheinung. Das schafft verführerische Möglichkeiten: Zwei innovative Winzer vermählten den elegant-raffinierten Blauburgunder aus Osterfingen mit dem kräftig-robusten aus Oberhallau. Das Kind heisst «Zwaa» – und begeistert die Fachwelt!

Anmerkung der Redaktion: «Zwaa» bedeutet «zwei», denn Schaffhauser sprechen «ei» als langes «aa» aus. Ein berühmter Schaffhauser Satz hört sicher daher so an: «Aa Zaane voll Saapfe d’Laatere abschlaapfe».

Das Schaffhauser Blauburgunderland pflegt auch seine Minderheiten wie die weisse Insel Löhningen. Sie bringt vor allem RieslingXSylvaner, die zweitwichtigste Traubensorte im Kanton, hervor. Dazu kommen weitere Weisswein-Traubensorten wie Chardonnay, Pinot blanc, Räuschling, Pinot gris, Kerner, Gewürztraminer usw.

Nebst der überragenden Blauburgunder-Traube werden als Nischenprodukte auch Regent, Dornfelder, Lemberger, Garanoir, Leon Millot, Diolinor, Merlot, Cabernet-Sauvignon, Gamay x Reichensteiner usw. angebaut. Interessante Weinkreationen finden wir auch bei so genannten Cuvées, bei denen verschiedene Sorten wie z.B. Chardonnay mit Pinot gris, Blauburgunder mit Merlot und Gamay x Reichensteiner vereint werden.

Kleine Gemeinden, die Grosses hervorbringen

Im schmucken Rebbauort Hallau wohnen keine 2000 Menschen. Doch das kleine Dorf bringt Grosses hervor: Mit Nachbar Oberhallau produziert es rund die Hälfte des gesamten Weins im Schaffhauser Blauburgunderland! Wie ein farbiger Königsmantel umgeben 150 Hektaren Rebfläche Hallau im Herbst. Die Bergkirche St. Moritz ragt über den Reben trutzig in den Himmel, Blickfang und Wahrzeichen für das ganze Klettgauertal. Ein würdiger Rahmen für den Hauptort des Schaffhauser Blauburgunderlandes. Diese Ehre teilt sich Hallau mit Nachbar Wilchingen, zweitgrösster Weinproduzent.

Vollmundige, tief rote und feurige Tropfen wachsen im Klettgau heran, dem bedeutendsten zusammenhängenden Rebbaugebiet der Deutschschweiz. Interessante, beeindruckende Weine kommen immer wieder aus dem oberen und dem unteren Kantonsteil – mit den Hauptorten Stein am Rhein bzw. Buchberg/Rüdlingen – sowie aus dem Kantonshauptort Schaffhausen. Der Reiat mit seiner Metropole Thayngen verblüfft regelmässig mit rubinroten, kräftigen Weinen, die bei nationalen und internationalen Prämierungen immer wieder für Furore sorgen.

Kalkhaltige, nährstoffreiche Böden und ein mildes Klima

Der Schwarzwald beschert dem Schaffhauser Blauburgunderland ein trockenes Klima. Den nässescheuen Reben gefallen die nur rund 900 Millimeter Regen jährlich. Dazu kommt Sonne in den wichtigen Wachstumsphasen der Früchte. Und ein Boden, den der Rhein zu Urzeiten mitgestaltete. Bis vor 200000 Jahren mäandrierte der Rhein durch das Klettgauertal. In seinem Bett sammelten sich Kalke und Tone vom «Randen». Sie hatten sich während Tausender Jahre der Verwitterung langsam aus dem Gestein gelöst. Die Kalke blieben vor allem als Schotterkegel im oberen Klettgau liegen. Die feineren Tone hingegen liessen sich von Rhein und anderen Gewässern noch etwas weiter tragen und bildeten die tonhaltigen Kalkböden des Juraausläufers im unteren Klettgau.

Für das Klettgauer Rheinerbe bedankt sich die Blauburgunderrebe mit vollmundigen, samtig-weichen Weinen. Spritziger reagiert die Traube auf die leichteren, sandig-kiesigen Böden in Stein am Rhein, Schaffhausen und Buchberg. Auch diesen fruchtigen Wein verdankt das Schaffhauser Blauburgunderland indirekt dem Rhein: Der Sand in den Böden ist ein Verwitterungsprodukt der Alpen – hergebracht vor Jahrmillionen von den Vorläufern des Rheins.

Die Rebflächen der Gemeinden des Schaffhauser Blauburgunderlandes Gemeinde, Rebfläche und Homepage

Hallau154,0 ha www.hallau.ch
Oberhallau64,4 ha www.oberhallau.ch
Wilchingen62,9 ha www.wilchingen.ch
Trasadingen40,9 ha www.trasadingen.ch
Osterfingen38,0 ha www.osterfingen.ch
Buchberg24,6 ha www.buchberg.ch
Stein am Rhein  23,2 ha www.steinamrhein.ch
Gächlingen17,4 ha www.gaechlingen.ch
Siblingen14,4 ha www.siblingen.ch
Löhningen11,2 ha www.loehningen.ch
Rüdlingen9,6 ha www.ruedlingen.ch
Hemishofen7,8 ha www.hemishofen.ch
Thayngen7,1 ha www.thayngen.ch
Schaffhausen6,2 ha www.stadt-schaffhausen.ch
Dörflingen5,7 ha www.doerflingen.ch
Beringen4,6 ha www.beringen.ch
Schleitheim2,7 ha www.randental.ch
Altdorf3,2 ha 
Bibern1,6 ha 
Ramsen0,5 ha www.ramsen.ch
Total500.0 ha

Weine aus dem Schaffhauser Blauburgunderland
Listenpreis 75 cl

Weissweine

Löhninger AOC Riesling – Silvaner 2007
Weinbaugenossenschaft Löhningen, www.trotte.ch CHF 10.60
Hallauer AOC Pinot gris 2007
VOLG Weinkellereien Hallau/Winterthur, www.volgweine.ch CHF 16.80
Schaffhauser AOC Pinot blanc 2006
GVS Schachenmann, Schaffhausen, www.gvs-weine.ch CHF 16.30
Chardonnay AOC Thayngen 2007
WEINStamm Thayngen, M. u. Th. Stamm, www.weinstamm.ch CHF 19.50
Hallauer AOC, «Blanc de Noir» 2007 Res. Du Patron
Weinkellerei Rahm, Hallau, www.rimuss.ch CHF 12.50
«TROISBLANC» Hallau AOC 2007
Weinkellerei Rahm Hallau, www.rimuss.ch CHF14.90
Schaffhauser AOC Pinot blanc/Chardonnay 2007
Aagne vom Schopf, Fam. Gysel Hallau, www.aagne.ch CHF 19.00

Rotweine

Hallauer AOC Sommerglut 2007
VOLG Weinkellereien Hallau/Winterthur, www.volgweine.ch CHF 13.80
Wilchinger AOC «Dichterwii» 2007
Rötiberg-Kellerei Wilchingen, www.roetiberg.ch CHF 16.50
Wilchinger AOC Spätlese 2007
Hedinger Sunneberg-Kellerei Wilchingen, www.hedinger.ch CHF 16.00
Hallauer AOC Pinot Noir «Terra Florales» 2007
H. Schlatter Weinbau Hallau, www.weinbau-schlatter.ch CHF 18.70
«Badreben Abt» 2006 AOC, Blauburgunder
Gasthof & Weingut Bad Osterfingen, M. Meyer, www.badosterfingen.ch CHF 23.50
Octavia Schaffhauser AOC Cuvée
GVS Schachenmann, Schaffhausen, www.gvs-weine.ch CHF 31.80
Osterfinger AOC Cuvée, Trottefüür 2007
Hirschen-Kellerei Osterfingen, Fam. Richli, www.richli-hirschen.ch CHF 17.00
Pinot Merlot AOC Thayngen
WEINStamm Thayngen, M. u. Th. Stamm, www.weinstamm.ch CHF 21.00

(Quelle: www.blauburgunderland.sh)
(gb)

Report – die neuesten Beiträge
01.12.2025
d Lebkuchen: Duft von St. Nikolaus
23.11.2025
dMikronährstoffe bei fleischloser Ernährung
09.11.2025
dRomanesco: vitaminreicher farbenfroher Türmchenkohl
28.10.2025
dKürbis: Eine uralte Kulturpflanze im Hoch
20.10.2025
dHerbstliche Quitten richtig verarbeiten
13.10.2025dOffiziell beste Regionalprodukte 2025
07.10.2025dWas genau sind hochverarbeitete Lebensmittel?
29.09.2025dSchweizer Wildfleisch – stark gefragt aber meist importiert
16.09.2025dHigh-Protein: oft mehr Schein als Sein
09.09.2025dSaisonales Obst und Gemüse einfrieren
31.08.2025dVor- und Nachteile von Käse aus Milch oder vegan
22.08.2025dETH verbessert Laborfleisch aus Rindsmuskelfasern
13.08.2025dVielseitige gesunde proteinreiche Erbsen
03.08.2025dSchweizer Fleischersatz aus Pilzprotein und Zuckersirup
25.07.2025dTrendige Algen als vielseitiger, nachhaltiger Rohstoff
18.07.2025dJetzt vielfältige heimische Strauchbeeren
09.07.2025dHygieneregeln zum Vorkochen für mehrere Tage
02.07.2025dSo wirken Hefe und Sauerteig
22.06.2025dTop-Gemüse zum Grillieren
15.06.2025dViel wissenswertes über Küchenkräuter
06.06.2025dHerkunftsdeklaration mit Zukunft trotz Gegenwind
29.05.2025d1.Juni ist Weltmilchtag – Wissenswertes zur MIlch
21.05.2025dProteinbedarf decken mit guten Kombinationen
14.05.2025dWas Familie Schweizer kauft und isst
29.04.2025dJetzt Schweizer Soargeln
22.04.2025dBierkultur in der Schweiz
13.04.2025dDas richtige Eier-Handling
04.04.2025dBetörende Tonkabohnen
26.03.2025dMassgeschneiderte Geliermittel: Tipps und Trends
17.03.2025dÜber exotische Pseudogetreide Amarant und Quinoa
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland