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Report
Druckansicht20.08.2020
Weltweiter Wassermangel spitzt sich zu
Nach Angaben der UNO steigt der Wasserverbrauch seit den 1980er Jahren weltweit um etwa 1% pro Jahr. Gründe seien unter anderem Bevölkerungswachstum, sozioökonomische Entwicklung und Konsumveränderungen. Bis 2050 soll die Nachfrage weltweit mit ähnlicher


Wasserverkauf in Südamerika


Schon heute aber leben über zwei Milliarden Menschen in Ländern mit hohem Trockenstress beziehungsweise Wassermangel. Etwa vier Milliarden Menschen erleben schwere Wasserknappheit für den Zeitraum von mindestens einem Monat pro Jahr. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Wasser und der zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels prognostiziert die UNO einen weiter steigenden Stressgrad. Folglich gewinnen die Wasserversorgung und das -management in der Brau-, Getränke- und Liquid-Food-Industrie noch stärker an Bedeutung.

Wo auf der Erde Wasser im Jahr 2040 beziehungsweise 2050 fehlen wird, haben das World Resources Institute und die Future Directions International Pty Ltd. berechnet. Besonders in Asien wird Wasser in Zukunft von noch grösserer Bedeutung sein: Laut der Prognose liegen 14 der 33 Länder, die künftig unter Wassermangel besonders leiden werden, im Nahen Osten. Als ausserordentlich gefährdet gelten Bahrain, Kuwait, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel. Weitere betroffene Regionen sind der Nordwesten Chinas, der Norden und Osten Indiens sowie die Türkei, Syrien, Iran und der Irak.

In Europa dürfte das Wasser vor allem in Spanien und Griechenland knapp werden, in Afrika ist primär der Norden des Kontinents von Wassermangel bedroht. In Amerika sind es vor allem Chile und Peru. Auch in Nordamerika droht die Ressource knapp zu werden. Schon jetzt zeichnet sich beispielsweise im US-Bundesstaat Kalifornien ab, wie unsicher der Zugang zu ausreichend Wasser ist. In Australien sind Waldbrände die Folge anhaltender Trockenheit in den Sommermonaten. Und auf den vielen Inseln Ozeaniens fehlt es aufgrund des Klimawandels an Trinkwasser. Häufige Überschwemmungen verseuchen hier bereits die Süsswasservorkommen.

Die Forscher nennen aber auch Regionen im nördlichen Nordamerika, in Eurasien und Indien, die im Zuge des Klimawandels im Prognosezeitraum auf grössere Wasserreserven zugreifen können. Als Gründe werden unter anderem regional auftretende starke Regenfälle, die abschmelzenden Gletscher und Polkappen genannt.

Sinkendes Angebot, steigende Nachfrage, hoher Verbrauch

Für die globale Brau- und Getränkeindustrie ist diese Entwicklung von fundamentaler Bedeutung – ist Wasser doch ihr wichtigster Grundstoff. Als Brauchwasser, Energieträger oder für Reinigungsprozesse erfüllt Wasser in der Produktion zudem viele weitere Funktionen. Entsprechend wichtig ist der sinnvolle und sparsame Einsatz der Ressource in allen Prozessschritten.



Bewässerung in der Landwirtschaft


Die künftigen Rahmenbedingungen lassen also ein sinkendes Angebot bei steigender Nachfrage und hohem Verbrauch erwarten. In der Produktion von Getränken und flüssigen Lebensmitteln wird eine umfassende Betrachtung des Einsatzes der Ressource Wasser somit noch notwendiger. Dafür gibt es viele gute Gründe:

●Erstens verursacht jeder Liter Wasser und Abwasser Kosten, mit steigender Tendenz.

●Zweitens streben die grossen Konzerne weltweit an, standardisiert zu produzieren – Thema Wasserdesign.

●Drittens müssen aufgrund von Wasserknappheit oder zum Schutz der Tiefenwässer neue Wasserquellen gesucht und verarbeitet werden.

●Viertens ist Wasser Teil der unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung (Corporate Social Responsibility).

Nicht zuletzt beeinflusst auch der schonende Umgang mit Ressourcen längst die Kaufentscheidung des Konsumenten sowie die Genehmigungsverfahren für Neu- und Erweiterungsinvestitionen. (Quelle: Messe München. Drinktec-Messe, 4.-8.Oktober 2021, www.drinktec.com/de/)
(gb)

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