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Druckansicht11.07.2008
Neue Reben im höchst gelegenen Weinberg Europas
Der Heida-Wein, vom Savagnin blanc oder Traminer stammend, wird zu Recht als die Perle der Alpenweine bezeichnet. Diese Rarität wird ausschliesslich im Rebberg von Visperterminen angepflanzt.



Rebarbeit im höchstgelegenen Weinberg Europas bei Visperterminen, Wallis, wo der Heida-Wein wächst. Im Hintergrund die Mischabelgruppe mit dem Dom. Bild: obs/Rothus Verlag

Mit seinem auf einer Höhe von 1100 Meter gelegenen Rebberg (dem höchstenvon Europa), hat Visperterminen weltweit Berühmt heiterlangt. Die Rebsorte Savagnin (hier «Heida» genannt) ergibt einen sehr würzigen und sehr speziellen Weisswein. Visperterminen erhielt im 2007 den Tourismuspreis «Milestone» und nennt sich jetzt Heida. Man darf den Savagnin nicht verwechseln mit dem Salvagnin, der Waadtländer Bezeichnung für Assemblagen aus Pinot noir und Gamay.

Der Heida-Weisswein aus der kleinbeerigen, ertragsarmen Traubensorte ist der Stolz der Vispertaler Winzer und bringt es in guten Jahren auf bis gegen 100 Öchslegrade. Die Heida-Zunft, welche dem Anbau des Heida-Weines in Visperterminen verpflichtet ist, geht nun auf Nummer sicher: Ihre Mitglieder haben dieses Frühjahr in Fronarbeit auf 1080 m ü. M. eine alte verwilderte Rebland-Parzelle gerodet, rekultiviert und mit Heidaschösslingen bepflanzt.

An den Ufern der Vispa wachsen 500 Meter tiefer die ersten Rebstöcke auf 660 m ü. M. In kurzen Terrassen mit hohen Trockensteinmauern überwindet der Rebberg auf engstem Raum 500 Höhenmeter. Die Südlage des Hanges in der trockensten Gegend der Schweiz und die grossen Steinflächen der Mauern machen die Rieben bis in den Spätherbst zu einer Wärmekammer.

Unter diesen besonderen klimatischen Bedingungen dürfen die Winzer auf «höhere Unterstützung» zählen, nämlich auf den Föhn. Dieser heisse Südwind treibt die Trauben zur Reife. Die aus Heida gekelterten Weine besitzen viel Schmelz, sind komplex, mächtig und geprägt von Noten exotischer Früchte. In der Ebene reift er nach dem Chasselas, aber vor der Petite Arvine (Sorte der zweiten Epoche), seine Trauben sind klein und kompakt, die Beeren gelblich und leicht aromatisch. Degustationsnotiz: Strohgelbe Farbe. Sein delikates Bukett mit Aromen von Nüssen, Honig und exotischen Früchten bildet mit einer natürlichen Restsüsse für Nase und Gaumen eine Melodie besonderer Art.

Der Heida, im Unterwallis Païen genannt, ist im französischen Jura auch unter dem Namen Savagnin blanc bekannt. Er gehört zur selben Rebsortenfamilie wie der Gewürztraminer, besitzt aber nicht dessen aromatischen Eigenschaften.

Wallis: Rebberge mit einer Vielfalt an Rebsorten

Mit einem Drittel der Gesamtfläche, die mit Reben bepflanzt ist, und einer jährlichen Produktion von 50 Millionen Liter ist das Wallis der bedeutendste Schweizer Weinbaukanton. Aber gemessen an anderen weltberühmten Weinbaugegenden, wie etwa dem Bordelais mit seinen 100'000 Hektaren oder auch dem Beaujolais mit seinen 17'000 Hektaren nehmen sich die 5200 Hektaren Rebfläche des Wallis eher bescheiden aus.

In den verschiedenen, beidseits der Rhone liegenden Weinbaugemeinden legt man je nach Bodenbeschaffenheit, Höhenlage und Lage der Rebberge vor allem Wert auf die Abstimmung zwischen Boden und Rebsorte. Dieser Übereinstimmung kommt eine wichtige Bedeutung zu, wenn man bedenkt, dass im Wallis über vierzig Rebsorten gedeihen.

Wenn auch diese Anzahl Aufschluss über das grosse Potential der Walliser Terroirs gibt, so muss sie doch etwas relativiert werden. Denn tatsächlich nehmen vor allem drei Rebsorten 85 Prozent der gesamten Rebfläche ein (Pinot Noir, Chasselas, Gamay). Allerdings besteht eine Tendenz zu einem immer grösseren Anteil an autochthonen Rebsorten wie Humagne Rouge, Petite Arvine, Amigne und erfolgreich im Wallis eingeführten Sorten wie Marsanne Blanche oder Syrah.

Da die Ursprungsbezeichnung «Valais» für den ganzen Kanton Gültigkeit hat, kommt die Mehrheit der Weine mit der Angabe der Sorte, dem Vermerk «Valais AOC» und der Angabe des Produzenten in den Handel. Aber je nach der Bedeutung, die das Terroir einer Weinbaugemeinde für eine bestimmte Rebsorte besitzt, wird auf der Etikette gewisser Weine auch diese sowie der Name des Produktionsortes aufgeführt. So zum Beispiel beim Pinot Noir in Siders und Salquenen, beim Fendant in Sion und Saint-Léonard, beim Chardonnay in Conthey, bei der Amigne in Vétroz, beim Johannisberg in Chamoson und beim Humagne Rouge in Leytron, oder auch beim Gamay in Fully.

Das Rebland ist im Wallis sehr zerstückelt. In der Tat teilen sich mehr als 22'000 Besitzer den Rebberg. Diese Zahlen könnten täuschen, wenn man nicht wüsste, dass nur 250 Domänen über mehr als zwei Hektaren verfügen. In Wirklichkeit zeugt diese Situation von der starken Verbundenheit der Walliser Familien mit ihren Reben, die oft seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben wurden. (Text: ots, vinatura, walliserwein.ch)
(gb)

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