Foodfachzeitung im Internet
Donnerstag, 20. Juni 2019
Publireportage
17.06.2019
Waser Lachs: Rauchfisch aus Beckenried

Gourmets schwören auf handwerkliche Spezialitäten aus der Region. Seit Kurzem können sie auch geräucherte Fischfilets von einer Hobby-Premium-Räucherei in Nidwalden geniessen.
News, Tipps, …
Druckansicht04.03.2019
FiBL-Studie: Bio-Palmöl ist auch sozial nachhaltig

Die Palmölproduktion hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Palmöl ist heute das meistverwendete pflanzliche Öl weltweit. Dank der hochergiebigen Ölpalmen ist Palmöl günstiger als konkurrierende Öle. Sein neutraler Geschmack, seine Hitzestabilität und seine breite Vielseitigkeit in der Lebensmittelherstellung machen dieses Öl für die Industrie sehr attraktiv. Da die schnelle Expansion von Palmöl in vielen Fällen mit Entwaldung, Verlust an biologischer Vielfalt und Landbesitz einhergeht, stellt sich die Frage, ob Palmöl tatsächlich nachhaltiger ist, wenn es aus biologischem Anbau stammt.

Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Sonderveranstaltung mit mehr als 120 Teilnehmern am 14. Februar auf dem Biofach-Messekongress in Nürnberg. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL präsentierte erstmals die Ergebnisse des von Coop und dem Schweizerischen Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) finanzierten Palmöl-Analyseprojekts. Coop und SECO sind bestrebt, die Nachhaltigkeit im Palmöl-Anbau durch die Förderung von umweltschonenden und sozialverträglichen Produktionssystemen zu verbessern.

"Eine interne Analyse bezüglich der rund 1'300 palmölhaltigen Produkte, die unter Coop-Eigenmarken vertrieben werden, führte zum Schluss, dass die Verwendung von RSPO-zertifiziertem Palmöl nicht genug weit geht", sagt Raphael Schilling, Projektmanager Nachhaltigkeit bei Coop (RSPO = Roundtable on Sustainable Palm Oil https://rspo.org/). "Deshalb haben wir eine neue, kompromisslose Palmöl-Vision entwickelt, die besagt, dass künftig alle konventionellen Coop-Eigenmarkenprodukte entweder mit Bio Suisse-zertifiziertem Palmöl hergestellt werden oder andere Fetten und Öle, idealerweise aus lokaler Herkunft, verwendet werden." Um zu klären, inwieweit biozertifiziertes Palmöl zu einer besseren Umwelt- und Sozialverträglichkeit beiträgt, wurde das FiBL beauftragt, verschiedene biologische und konventionelle Palmölproduzenten in Afrika und Südamerika zu bewerten und zu vergleichen.

"Die Palmölproduktion ist in vielen unserer Schwerpunktländer ein wichtiger Motor für die ländliche Entwicklung", sagt Monica Rubiolo, Leiterin Handelsförderung bei SECO. "Palmöl bietet vielen tausend Kleinbauern in tropischen Ländern ein lebensnotwendiges Einkommen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Ölpalme sehr attraktiv, da sie weniger krankheitsanfällig ist als andere Kulturpflanzen und bis zu dreissig Jahre lang konstante Erträge liefert."

Wichtigste Studien-Ergebnisse

Die Betriebsanalyse des FiBL zeigt, dass alle vier untersuchten biologisch zertifizierten Palmölunternehmen bei fast allen Nachhaltigkeitskriterien sehr gut abschneiden. "Biozertifizierte Unternehmen schützen nicht nur die Umwelt, indem sie keine chemischen Betriebsmittel verwenden, sondern schaffen auch wichtige Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten in ihren Produktionsregionen, sowohl für betriebseigene Mitarbeiter als auch für Bauern und Zulieferfirmen", so die FiBL-Experten. "Im Vergleich zu herkömmlichen Palmölunternehmen zahlen biologisch zertifizierte Unternehmen deutlich höhere Palmfruchtpreise an ihre Landwirte und bieten Zusatzleistungen, die weitere wichtige Vorteile mit sich bringen – u.a. Zugang zu günstigen Krediten, Weiterbildungen und Erntegeräten sowie die Unterstützung von lokalen Sozialprojekten".

Die Projektergebnisse deuten auf wichtige Synergien zwischen den firmeneigenen Plantagen und den von lokalen Bauern bewirtschafteten Ölpalm-Hainen hin, woher oft ein grosser Anteil der Ölfrüchte für die Verarbeitung stammt. Die Studie zeigt auch auf, dass der RSPO-Standard einen interessanten Mehrwert zur Biozertifizierung darstellt. "Wir sehen, dass RSPO verschiedene Anforderungen hat, die gerade im Palmölanbau wichtig sind, aber durch die Biozertifizierung nicht abgedeckt sind", sagt Paul van den Berge, ebenfalls an der Studie beteiligter FiBL-Experte. "RSPO-Audits tragen dazu bei, dass Palmölerzeuger ihre Ölfruchtpreise transparent kommunizieren, in die Abgrenzung und die Überwachung von Schutzgebieten und Biodiversitätsflächen investieren und dass alle arbeitsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden – nicht nur für eigenes Personal, sondern auch für Angestellte von zuliefernden Bauern und Dienstleistungsfirmen."

Für das FiBL ist schon jetzt klar, dass biologisch erzeugtes Palmöl einen wichtigen Beitrag leisten kann in der nachhaltigen Entwicklung von ländlichen Regionen in den Tropen, denn Ölpalmen benötigen 2½- bis 5-mal weniger Land als jede andere Ölpflanze, um die gleiche Menge an Öl zu produzieren. (Text: FiBL)

RSPO in Kürze

Der im Jahr 2004 auf Initiative des WWF gegründete Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO; englisch für ‚Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl‘) versucht, als zentrale Organisation nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl zu fördern und so die Umweltschädigung zu begrenzen. Mitglieder des Roundtable sind neben Umweltschutzverbänden und anderen NGOs vor allem Unternehmen und Institutionen aus der Wertschöpfungskette des Palmöls, darunter Plantagenbetreiber, Händler und industrielle Abnehmer von Palmöl, aber auch Investoren und Banken. Der RSPO ist ein Verein mit Sitz in Zürich.
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
19.06.2019
dTIPPS: Vielseitige und vitaminreiche Peperoni
17.06.2019
dTIPP: Zuger Chriesisturm Montag, 24. Juni 2019
16.06.2019
dTIPP: Bio Marché 21. - 23. Juni 2019 in Zofingen
13.06.2019
dTIPP: Proviande lanciert Lern-Videos über Special Cut Steaks
12.06.2019
dTIPP: Bell BBQ Single- und Team-Masters 2019
09.06.2019dNEWS: Migrolino plant unbediente Kleinstläden
06.06.2019dUnterschätzte Risiken durch Krankheitserreger in der Küche
03.06.2019dNEWS: Stevia-Süssstoff boomt
29.05.2019dNews: Illegale Thunfisch-Färbung endlich nachweisbar
28.05.2019dNEWS: Biolandbau wächst weiter
27.05.2019dKOMMENTAR: Abgelaufenes Datum kontra Foodwaste
22.05.2019dTIPPS: Konfitüre richtig gelieren
20.05.2019dNEWS: Männer reagieren anders auf Diäten als Frauen
16.05.2019dNEWS: Neue Studie über Gesundheitskosten von Zucker
15.05.2019dNEWS: Migros investiert in Laborfleisch
13.05.2019dNEWS: Schweizer kaufen teurer und edler als Deutsche
10.05.2019d.NEWS: Schweizer Weinjahr 2018 mit Rekordernte
09.05.2019dAppenzeller Metzger Franz Fässler wird Metzger des Jahres 2019
07.05.2019d.NEWS: Massnahmen gegen Swissness-Missbrauch greifen
06.05.2019d.NEWS: Der offiziell schönste Hofladen 2019
01.05.2019dTIPP: Das perfekte Grill-Steak
29.04.2019dFORSCHUNG: Wie wirken Omega-3-Fettsäuren?
26.04.2019dINTERVIEW: mit Marcel Kreber zum Tag des Bieres 26.4.2019
25.04.2019dNEWS: Mehr Gäste und Jobs aber weniger Umsatz in der Gastronomie 2018
24.04.2019dTIPP: Basel startet Serie von Streetfood-Festivals 2019
23.04.2019dPRESSESCHAU: K-Tipp testet weisse Bratwürste
18.04.2019dNEWS: Neu im Schweizer Detailhandel: veganer «Beyond Burger»
17.04.2019dTIPP: Tête de Moine-Käsefest 3.-5. Mai 2019
15.04.2019dTIPP: Essbare Frühlingsblüten auf den Teller
11.04.2019dNEWS: WWF-Umweltrating zeigt Aufholjagd im Detailhandel
Ecke für Profis
15.06.2019
.LANDWIRTSCHAFT: Gründe für hohe Preise der Schweizer Schlachttiere

Dem Schweizer Lebensmittelmarkt haftet ein Hochpreis-Ruf an. Vor allem bei der Fleischproduktion liegen die Kosten höher als im umliegenden Ausland. Ein Vergleich mit Deutschland erklärt die Gründe.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland