Foodfachzeitung im Internet
Montag, 8. August 2022
Tipp
08.07.2022
Messetipp: Südback 2022 mit Innovationen und Inspirationen

Bäckerei / Konditorei-Fachmesse erweitert Angebot um Themen der Glacéherstellung. 22.-25.10.2022 in Stuttgart
News, Tipps, …
Druckansicht17.07.2022
FORSCHUNG: Palmöl-Ersatz aus Maisabfällen

FORSCHUNG: Palmöl-Ersatz aus Maisabfällen Ist eine nachhaltige, heimische Alternative zu Palmöl möglich? Das Forschungskonsortium NextVegOil aus Aachen, Bochum, Düsseldorf und Münster will ein grosstechnisches Verfahren entwickeln, um in Zukunft aus landwirtschaftlichen Abfällen ein dem Palmöl ähnliches mikrobielles Öl zu erzeugen. Die Arbeit erledigt ein speziell veränderter einzelliger Pilz. In dem vom Bioeconomy Science Center (BioSC) geförderten Projekt, an dem zwei Forschungsgruppen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) beteiligt sind, soll dann zusammen mit einem Berlin-Bonner Startup-Unternehmen ein auf dem Palmölersatz basierender veganer Käse hergestellt werden.

Palmöl ist eines der meistverwendeten pflanzlichen Öle. Das günstige Produkt wird in vielen Bereichen der Lebensmittelindustrie eingesetzt, es kann aber auch zur Produktion von Biokraftstoffen verwendet werden. Doch die Palmölherstellung hat weitreichende ökologische Folgen: Um Anbauflächen zu schaffen, werden grossflächig tropische Regenwälder abgeholzt und dort Palmen-Monokulturen angepflanzt. Wertvolle Ökosysteme gehen dadurch verloren, die Artenvielfalt leidet stark. Darüber hinaus muss das in den Tropen erzeugte Palmöl über sehr weite Strecken zu den Nutzern in Europa und den USA transportiert werden, mit entsprechenden Klimafolgen. Wird Palmöl für Biokraftstoffe eingesetzt, steht dies in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung.

Erheblich nachhaltiger, ressourcen- und umweltschonender wäre es, ein dem Palmöl ähnliches Produkt regional in der Nähe des Verbrauchers herzustellen – aus pflanzlichen Reststoffen, die weder als Nahrungsmittel noch anderweitig als chemischer Rohstoff für die Industrie kosteneffizient genutzt werden können. Genau dieses Ziel verfolgt das nordrhein-westfälische Forschungskonsortium NextVegOil.

Die Forschenden haben eine Möglichkeit gefunden, mittels des Pilzes Ustilago maydis ein mikrobielles Öl zu erzeugen, das dem pflanzlichen Palmöl sehr ähnlich ist – also eine ähnliche Zusammensetzung der enthaltenen Fettsäuren hat, was dessen Eigenschaften bedingt – und sich somit wahrscheinlich als Lebensmittel eignet. Im Laufe des Projekts soll die Fermentation von Maisstroh – das weder gegessen noch verfüttert werden kann – im grossen Massstab etabliert werden.

Die Forschenden haben herausgefunden, dass Ustilago maydis statt der Tenside auch Öl herstellen kann, wenn der Syntheseweg des Pilzes auf genetischer Ebene gezielt unterbrochen wird. Dies konnte bereits im kleinen Massstab gezeigt werden. Das Fettsäureprofil dieses Öls ist demjenigen des Palmöls sehr ähnlich und somit sehr vielversprechend als Ersatzprodukt. In den kommenden Jahren wollen die Düsseldorfer Forschenden nun den Pilz so optimieren, dass das von ihm erzeugte Öl noch besser die Eigenschaften des Palmöls abbildet. Darüber hinaus arbeiten sie an biotechnologischen Verfahren, um den Rohstoff Maisstroh optimal im Fermenter umsetzen zu können.

„Allen am Projekt Beteiligten ist es wichtig, dass wir dem herkömmlichen Palmöl ein nachhaltiges Produkt entgegensetzen können: regional, aus nachwachsenden Rohstoffen, mit einer guten Klimabilanz. Und darüber hinaus eines, das nicht mit der Lebensmittelproduktion konkurriert, da die Ausgangsstoffe als Reststoffe sowieso anfallen“, betonen Prof. Feldbrügge und Prof. Pauly. Schliesslich will das Biotech-Startup-Unternehmen Formo aus Berlin und Bonn mit dem Palmölersatz veganen Käse erzeugen. (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
07.08.2022
dTIPP: Swiss Cheese Awards, Käse-Prämierung mit Fest 22.9.2022
03.08.2022
dNEWS: neue Nutri-Score-Regeln gewichten Zucker und Salz stärker
02.08.2022
dTIPPS: Mediterrane, würzige Sommerbrote do it yourself
31.07.2022
dWISSEN: Broccoli – einheimischer Superfood
27.07.2022
dNEWS: Fälschungen exotischer Superfoods entlarven
26.07.2022dSAISON: Peperoni, eine Vitamin C-Bombe
25.07.2022dKOMMENTAR: Soziale Medien mitschuldig an Superfood-Illusionen
24.07.2022dFORSCHUNG: Nahrungsfasern beugen Antibiotikaresistenzen vor
20.07.2022dTIPPS: Kondensmilch und Milchkonfitüre do it yourself
19.07.2022dNEWS: Teure Milchersatzprodukte boomen
18.07.2022dKOMMENTAR: protein-angereicherte Produkte sind meistens unnötig
17.07.2022dFORSCHUNG: Palmöl-Ersatz aus Maisabfällen
17.07.2022dFORSCHUNG: Palmöl-Ersatz aus Maisabfällen
13.07.2022dSAISON: Vielseitige Aubergine richtig verarbeiten
12.07.2022dMESSETIPP: Verpackungstrends auf der BIOFACH
11.07.2022dTIPPS: Gesunde, schmackhafte Hirse feiert Comeback
06.07.2022dNEWS: Frankreich verbietet Bezeichnungen «Wurst / Steak» für Vegi
05.07.2022dNEWS: Schweizer Beerenernte-Boom setzt sich fort
04.07.2022dFORSCHUNG: Mega-Konsumtrends – durch Corona beschleunigt
03.07.2022dTIPPS: Obst und Gemüse schälen oder mit Schale essen?
29.06.2022dWISSEN: Honigsorten und -Gewinnungsarten
28.06.2022dFORSCHUNG: Die wahren Kaufmotive für Fleischersatz
27.06.2022dTIPPS: schäumbare Vegan-Milchalternativen für Kaffee
26.06.2022dTIPP: Laugengebäck do it yourself
22.06.2022dFORSCHUNG: Hohe CO2-Emissionen durch Fern-Transporte
21.06.2022dNEWS: Im 2022 mehr als 2500 Tonnen Schweizer Kirschen
20.06.2022dTIPP: Kartoffelkroketten do it yourself
16.06.2022dNEWS: Migros bleibt schweizweit alkoholfrei
15.06.2022dFORSCHUNG: Schnelle, mobile Lebensmittelanalyse, sogar mit Smartphone
14.06.2022dKOMMENTAR: Moderne Pflanzenzuchtmethoden angstfrei objektiv beurteilen
Ecke für Profis
05.08.2022
.BÄCKEREI: Südback-Messe prämiert Innovationen

Der südback Trend Award ist ein Gradmesser für die Innovationskraft der Branche. Kürzlich wurden Innovationen in den Kategorien Marketing, Rohstoffe und Technik prämiert. Wer sind die Gewinner?




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland