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WISSEN: Chili oder Cayennepfeffer - feurige Würze



Der Chili-Scharfstoff Capsaicin ist nicht flüchtig im Gegensatz zu Piperin im Pfeffer und Senföl im Meerrettich. Er reizt daher nicht in der Nase sondern wird nur im Gaumen wahrgenommen.


Peperoncini, Peperoni oder Pfefferoni – für Chilis gibt es je nach Region unterschiedliche Bezeichnungen. Die Früchte stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und unterscheiden sich je nach Sorte in Form, Farbe, Grösse und Geschmack. Was viele nicht wissen: Botanisch sind Chilis keine Schoten, sondern Beeren der Gattung Capsicum aus der Familie der Nachtschattengewächse.

Wie scharf eine Chili ist, zeigt die Scoville-Skala. Sie basiert auf dem Gehalt an Capsaicin – einem natürlichen Alkaloid, das für die Schärfe verantwortlich ist. Frische Chilis verleihen Speisen eine fruchtige Schärfe, während getrocknete Chilis noch intensiver schmecken und häufig zu Flocken oder Pulver verarbeitet werden.

Cayennepfeffer besteht aus gemahlenen Chilis und zählt mit 30.000 bis 50.000 Scoville zu den besonders scharfen Gewürzen. Er wird vor allem in der indischen, chinesischen, indonesischen, spanischen und südamerikanischen Küche verwendet. Cayennepfeffer verleiht Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten ebenso wie Hülsenfrüchten und Tofu eine feurige Note. Auch Obstsalat, Schokolade und süsse Desserts lassen sich mit einem Hauch Chili raffiniert würzen. Das Gewürz sollte jedoch sparsam dosiert werden. Wer sich an die Schärfe gewöhnt hat, kann auch blumige, rauchige und erdige Nuancen bei Chiligewürzen entdecken.

Chilis sind frisch, getrocknet, eingelegt, als Öl, Flocken oder Pulver erhältlich und Bestandteil vieler Gewürz- und Currymischungen. Chilipulver ist meist deutlich milder als Cayennepfeffer, da es häufig weitere Gewürze wie Kreuzkümmel, Oregano oder Zimt enthält. Gemahlene Gewürze sollten zu Hause luftdicht, trocken und lichtgeschützt gelagert und nach dem Öffnen innerhalb eines Jahres verbraucht werden.

Chilis werden in ihrer Heimat seit mehr als 7.000 Jahren kultiviert. Spanier und Portugiesen brachten sie später nach Europa und nutzten sie als preisgünstigen Ersatz für Pfeffer. Heute stammen frische Chilis für den europäischen Markt vor allem aus Marokko und der Türkei, während getrocknete Chilis in erster Linie aus China und Indien eingeführt werden. Chilis lassen sich aber auch gut im eigenen Garten, auf dem Balkon oder im Gewächshaus anbauen. Die Ernte beginnt Ende Juli, wenn sich die Früchte je nach Sorte von Grün über Gelb und Orange zu Rot, Violett oder Schwarz verfärben. (BZfE)
(gb)

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