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TIPP: Blumenkohl richtig verarbeiten

Mit seinem milden Geschmack zählt Blumenkohl zu den beliebtesten Varianten der grossen Kohlfamilie. Ursprünglich stammt der Kreuzblütler Brassica oleracea var. botrytis aus dem Mittelmeerraum und er ist botanisch eine Zuchtform des Gemüsekohls. Was wir vom Blumenkohl essen, sind die noch nicht entwickelten Blütenstände der Pflanze, die sich zu einem dichten, meist weissen Kopf zusammenschliessen. Die grossen, grünen Aussenblätter schützen diese empfindlichen Blüten vor Sonnenlicht und bewahren die charakteristische helle Farbe.

Doch Blumenkohl muss nicht immer weiss sein: Grüne, orange und violette Varianten verdanken ihre leuchtenden Farben natürlichen Farbstoffen wie Chlorophyll, Anthocyanen oder Carotinoiden. Diese Sorten bieten nicht nur optische Abwechslung, sondern auch geschmackliche Nuancen. Und dekorativ sind sie auch: Eine besonders spektakuläre Blumenkohl-Variante ist der Romanesco, auch Türmchenkohl genannt. Er besticht durch seine spiralig angeordneten, spitz zulaufenden Röschen. Diese Struktur folgt einem mathematischen Muster, das als Fraktal bezeichnet wird: Jedes einzelne Röschen wiederholt in verkleinerter Form die Gesamtstruktur des Kopfes.

Hierzulande beginnt die Hauptsaison für Blumenkohl aus dem Freilandanbau im Mai/Juni und erstreckt sich bis Oktober/November. Durch geschützten Anbau lässt sich die Verfügbarkeit zwar verlängern, doch schmeckt das Gemüse zur Hauptsaison im Sommer und Herbst besonders aromatisch und nussig. Ausserhalb der heimischen Saison decken Importe, überwiegend aus Südeuropa, die Nachfrage.

Beim Einkauf erkennt man die Frische des Kohls an fest geschlossenen Röschen und knackigen, grünen Aussenblättern. Braune Flecken oder eine gelbliche Verfärbung deuten hingegen auf längere oder zu warme Lagerung hin. Zuhause hält sich Blumenkohl im Gemüsefach des Kühlschranks etwa drei bis vier Tage lang. Die Blätter sollten erst kurz vor der Zubereitung entfernt werden, da sie den Kopf schützen und frisch halten.

Blumenkohl punktet mit beeindruckenden Nährwerten: 100 Gramm liefern etwa 64 Milligramm Vitamin C – und decken damit zwei Drittel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Ausserdem enthält er viel Vitamin K, das für die Blutgerinnung wichtig ist, sowie B-Vitamine, die Nervenfunktionen und den Zellstoffwechsel ankurbeln. Bei den Mineralstoffen sticht besonders Kalium heraus, das unter anderem für den Elektrolythaushalt eine grosse Rolle spielt. Besonders interessant sind die schwefelhaltigen Glucosinolate, die beim Kochen den typischen Kohlgeruch erzeugen. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken beispielsweise antibakteriell und antioxidativ. Mit nur 28 Kalorien pro 100 Gramm eignet sich Blumenkohl perfekt für eine leichte, gesunde und ausgewogene Ernährung.

Beim Kochen gilt: Weniger ist mehr. Zu langes Garen raubt dem Blumenkohl nicht nur wertvolle hitzeempfindliche Inhaltsstoffe, sondern auch seinen feinen Geschmack. Die Röschen lassen sich auch wunderbar dünsten, im Backofen rösten oder fein geraspelt roh als Salat zubereiten. Blumenkohl dient fein gerieben optisch auch als Reis-Alternative. Klassisch harmoniert er mit Muskatnuss und Butter, modern interpretiert schmeckt er als geröstetes „Blumenkohl-Steak“ mit Tahini-Sauce oder püriert als cremige Beilage zu Fisch oder Fleisch.

Wer möglichst nachhaltig geniessen will, setzt vor allem in der Hauptsaison auf regionale Freilandware. So hat Blumenkohl kurze Transportwege und besonders viel Aroma. In dieser Zeit lohnt es sich, grössere Mengen zu kaufen und einzufrieren: kurz blanchieren, gut abtropfen lassen und portionsweise einfrieren. So bleibt das Gemüse auch in der kälteren Jahreszeit verfügbar. Gut zu wissen: Nicht nur die Röschen sind essbar, auch Strunk und Blätter lassen sich gut verwerten, etwa fein gewürfelt oder püriert in Suppen oder Gemüsepfannen. (BZfE)
(gb)

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