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WISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh

Kichererbsen sind sehr proteinreich und auch deshalb als pflanzliche Eiweissquelle besonders beliebt. Zudem enthalten sie wertvolle Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Magnesium und Calcium. Im Supermarktregal finden sich in der Regel keine frischen Kichererbsen, sondern getrocknete Samen oder fertig gekochte Kichererbsen in Dosen, Gläsern oder vakuumverpackt. Kichererbsen sind ebenfalls in diversen Hofläden, Restaurants oder im Detailhandel als beliebte Speisen wie Hummus, Falafel oder als Basis von pflanzlichen Fleischalternativen erhältlich.

Ungekocht sind Kichererbsen giftig. Getrocknete Kichererbsen müssen 12 bis 24 Stunden in Wasser eingeweicht werden. Wenn sie anschliessend in frischem, kochendem Wasser für ungefähr eine Stunde auf mehr als 70 Grad Celsius erhitzt werden, zersetzt sich das in ihnen enthaltene Gift Lectin und sie können in verschiedensten Gerichten verwendet werden. Das Kochwasser der Kichererbsen, das sogenannte Aquafaba, dient als Eiklarersatz in veganen Gerichten. Kichererbsen sind auch sonst vielseitig zu geniessen: Ob im Curryeintopf, als Fladen, in der Suppe, als würziger Snack, im Salat, im Veggie-Burger, im Ofen geröstet oder sogar im Süssgebäck – die Möglichkeiten sind zahlreich.

Die ursprünglich aus Kleinasien stammenden Kichererbsen werden meist getrocknet oder vorgekocht gekauft und haben so das ganze Jahr über Saison. Die Kichererbse ist eine alte Nutzpflanze, die zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) gehört. Ihr deutscher Name hat nichts mit dem Verb «kichern» zu tun, sondern leitet sich von ihrem lateinischen Namen Cicer arietinum ab.

In Kleinasien wurden bereits in der Jungsteinzeit Kichererbsen angebaut, von wo aus sie sich in den Vorderasiatischen Raum und den Mittelmeerraum verbreiteten. Kichererbsen wurden auch als Heilmittel verwendet und dienten nach dem Ersten Weltkrieg in Teilen Deutschlands als Kaffeeersatz.

In der Schweiz wird die Kichererbse nur in kleinem Umfang angebaut. Die Hülsenfrüchte brauchen wenig Wasser und stellen auch keine grossen Ansprüche an den Boden. In gemässigteren Klimazonen wie in der Schweiz fallen die Ernteerträge jedoch teilweise gering aus, da es an Wärme mangelt. Auch Totalausfälle sind nicht auszuschliessen. Nichtsdestotrotz setzen einige landwirtschaftliche Betriebe auf Kichererbsen.

Die Schweizerische Branchenorganisation für Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen Swiss Granum schätzte den Ertrag für das Jahr 2025 auf 56 Tonnen, während die Erntemenge im Jahr 2023 bei knapp 140 Tonnen lag. Da Kichererbsen hauptsächlich über Direktvermarktung verkauft werden, wird die effektive Menge wahrscheinlich etwas höher liegen. (LID)
(gb)

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