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TREND: Alkoholfreie und Craft-Biere legen zu

Das Schweizer Braujahr, das traditionell am 1. Oktober beginnt und am 30. September endet, präsentiert sich wie folgt: Der gesamte Biermarkt Schweiz (inkl. alkoholfreies Bier) verzeichnete im Braujahr 2024/25 im Vergleich zur Vorjahresperiode ein Minus von 1,8 Prozent auf 4’724’360 Hektoliter Bier (= 472'436'000 Liter). Der gesamte Inlandausstoss aller Schweizer Brauereien nahm um 1,9 Prozent auf 3’688’146 hl ab. Das Total der Bierimporte sank um 1,6 Prozent auf 1'036'215 hl (Vorjahr: 1'053'372 hl). Die Schweizer Braulandschaft befindet sich aktuell in einer Phase der Konsolidierung und Veränderung. Der Gründungsboom neuer Brauereien zeigt rückläufige Tendenzen.

Die Nachfrage nach Craft-Bieren der letzten Jahre flacht merklich ab. Stattdessen gewinnen traditionelle Bierstile wie Lagerbiere, Helles, Schweizer Spezial hell und vermehrt Pilsner wieder an Bedeutung und erleben ein Comeback. Diese Klassiker überzeugen durch ihre Klarheit, Ausgewogenheit und Trinkbarkeit und sprechen eine breite Konsumentengruppe an. Der Anteil alkoholhaltiger oder alkoholreduzierter Biere am Gesamtmarkt beträgt nach wie vor über 92 Prozent.

Im Braujahr 2024/25 stieg der Ausstoss des alkoholfreien Bieres total um 13 Prozent von 312’674 hl auf 353’307 hl. Der Anteil am gesamten Biermarkt beträgt neu 7,5 Prozent (Vorjahr: 7 Prozent). Die Zunahme der in der Schweiz gebrauten alkoholfreien Biere beträgt 13,7 Prozent. Die alkoholfreien Biere aus Importen wuchsen um 11,3 Prozent. Die Nachfrage nach der alkoholfreien Variante treibt das Angebot und somit die Vielfalt in die Höhe.

"Die SBV-Brauereien haben den Trend früh erkannt und bereits vor einigen Jahren die richtigen strategischen Entscheidungen zugunsten der Produktion von alkoholfreiem Bier getroffen. Diese Voraussicht eröffnete neue Wachstumsfelder für die Brauereien und belegt eindrücklich die Innovationskraft der Schweizer Braubranche", fasst SBV-Direktor Marcel Kreber die Entwicklung zusammen.

Gastronomie als wichtiger Bier-Absatzkanal unter grossem Druck

Weitsicht, Innovation und Anpassungsfähigkeit sind vor dem Hintergrund der angespannten, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen für die SBV-Brauereien überlebenswichtig. Gestiegene Rohstoff- und Energiepreise sowie schwache Absatzzahlen im Gastronomiekanal setzen die Brauereien unter Druck. Der Gastronomie-Anteil im Bierabsatz sank von 31,4 Prozent im Vorjahr auf aktuell 30,7 Prozent, der Anteil des Detailhandels stieg entsprechend von 68,8 Prozent auf 69,3 Prozent. Zur Erinnerung: Vor 20 Jahren war das Verhältnis noch ausgeglichen.

Vor allem ländliche und getränkelastige Restaurants kämpfen mit schwindenden Gästezahlen und somit um das Überleben. Wenn dann noch COVID-Kredite beglichen werden müssen, wird es für viele eng. Hinzu kommt: Der Stammtisch ist generationenbedingt unter Druck und stirbt im wahrsten Sinne des Wortes allmählich aus. Vergleichbares kommt nicht nach. Auch das veränderte Freizeit-, Ausgangs- und Konsumverhalten der Bevölkerung ist ein wichtiger Grund für die aktuell negative Entwicklung.

Rückzug ins Private

Die am 14. November 2025 publizierte Erhebung des Bundesamtes für Statistik zum "postpandemischen Kultur- und Freizeitverhalten in der Schweiz" bringt es auf den Punkt: "Grosse Stadtfeste wie die Street Parade (- 7 Prozentpunkte), Dorf-, Quartier- oder Vereinsfeste (- 8 Prozentpunkte) oder traditionelle Feste (- 11 Prozentpunkte) wurden 2024 weniger besucht als noch 2019. Besonders ausgeprägt sind diese Rückgänge bei den 15- bis 29-Jährigen. Nachtclubs haben seit 2014 und insbesondere nach der Covid-19-Pandemie ein Fünftel ihres Publikums eingebüsst." Der Rückzug ins Private ist Realität. Die Freizeit verlagert sich stärker zu individuellen und digitalen Aktivitäten. (Schweizer Brauerei-Verband SBV)
(gb)

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