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KOMMENTAR: Welchen Wert hat unser tägliches Brot?

Der Schweizerische Getreideproduzentenverband SGPV hat mit Sorge die Ankündigung von Aldi ein «Pfünderli Brot» für 99 Rappen zu verkaufen, vernommen. Dies ist keinesfalls als reine Wohltätigkeit für die Konsumenten zu verstehen, sondern eine Marketingkampagne, da kaum jemand nur ein Brot kauft, sondern auch noch weitere Produkte. Wo früher das frische und qualitativ gute Brot die Kundschaft anlocken sollte, ist es nun der tiefe Preis.

Auch wenn die Detailhändler angeben, die Preissenkungen selbst zu tragen und nicht an die Lieferanten weiterzugeben, wird der Druck innerhalb der Wertschöpfungskette steigen. Doch wir als Produzenten können nicht für den Preiskampf der Detailhändler aufkommen. Besonders stossend ist, dass die Detailhändler, inklusive der Discounter, die Anforderungen an unser Produkt stetig erhöhen (Qualität, vermehrte Analysen).

Ebenso steigen die Bedürfnisse an ökologische Leistungen (Nachhaltigkeit). In diesem Zusammenhang haben sich die Detailhändler noch Ende September im «Klimabündnis Landwirtschaft» für eine Reduktion der Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausgesprochen. Dazu gehört auch die Abgeltung, der von den Produzenten erbrachten Leistungen. Wie dies mit diesen Verkaufspreisen möglich sein soll, ist mehr als fraglich.

Ein hochwertiges Brot aus natürlichem Getreide versorgt den Körper nachhaltig mit Nährstoffen. Im Gegensatz dazu können industriell hergestellte Brote, die oft mit Zusatzstoffen und beschleunigten Verfahren in sehr grossen Mengen produziert werden, nährstoffärmer und weniger bekömmlich sein. Wenn wir immer nach dem niedrigsten Preis suchen, kann die Gesundheit darunter leiden. Die tatsächlichen Kosten für „Brot für 99 Rappen” finden sich oft an anderer Stelle wieder: im Gesundheitssystem, im Verlust von Know-how, im Verschwinden lokaler Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Der wahre Preis von Brot

Bis ein Brot vom Feld auf dem Tisch ist, ist eine ganze Branche mit der Herstellung beschäftigt: Die Landwirte bauen nach nachhaltigen und ökologischen Vorgaben Getreide von höchster Qualität an. Von der Saat bis zur Ernte vergehen rund 9 Monate, während die Kulturen gehegt und gepflegt werden. In den Sammelstellen erfolgen die erste Qualitätskontrolle und die Reinigung der Körner, welche anschliessend von den Müllern sorgfältig weiterverarbeitet werden. Anschliessend kneten, fermentieren und backen Bäckerinnen und Bäcker ihr Brot nach traditionellen Methoden, oft mit langen Gärzeiten, um ein bekömmliches, schmackhaftes und nahrhaftes Brot herzustellen und zu verkaufen

Diese Arbeit hat ihren Wert und sichert vielen engagierten Personen ihren Lebensunterhalt. Der wahre Preis des Brotes ist nicht der Preis der Spekulation, sondern der Preis der Wertschätzung: Wertschätzung vom Boden, dem Getreide und der menschlichen Arbeit. (SGPV)
(gb)

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