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TIPP: Esskastanien für die Herbstküche

Im Herbst und Winter sind Esskastanien (Maronen, Marroni oder Maroni) nicht nur eine köstliche Knabberei, sondern auch eine vielseitige Zutat für die Küche. Im Gegensatz zur ungeniessbaren Rosskastanie mit handförmigen Blättern hat die Esskastanie lanzettliche, grob gezähnte Blätter. Ihre stacheligen Fruchthüllen enthalten zwei bis drei, vorn zugespitzte Früchte. Bei Reife öffnen sie sich und fallen vom Baum. Bei den beliebten Maronen, auch Edelkastanien genannt, handelt es sich um eine Unterart der Esskastanie. Sie sind etwas grösser, eher rund und intensiver im Geschmack. Die Saison geht von September bis Januar.

Aus botanischer Sicht ist auch die Esskastanie eine Nuss. Im Vergleich zu Hasel- oder Walnuss enthält sie viel weniger Fett und Kalorien (etwa 200 kcal pro 100 g). Die Esskastanie ist dafür reicher an Ballaststoffen und Stärke, die beim Garen teilweise in Zucker umgewandelt wird. Deshalb schmeckt sie angenehm süsslich.

Früher war die Esskastanie wegen des hohen sättigenden Stärkegehalts als „Brot der Armen“ ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Heute erlebt sie eine Renaissance in der Küche und verfeinert mit ihrem süsslich-nussigen Aroma viele Gerichte – sei es als Püree, in einer Suppe oder in einem herbstlichen Salat mit Fenchel und Apfel. Auch in Süssspeisen sorgt sie für eine besondere Note.

Beim Einkauf oder Sammeln in der Natur sind pralle, glänzende Esskastanien die beste Wahl. Bei längerer Lagerung werden sie matt und verlieren an Gewicht. Löcher in der Schale können auf Schädlingsbefall hinweisen. Frische Esskastanien halten sich im Kühlschrank bis zu zwei Wochen. Vorgegart und geschält sind sie auch ausserhalb der Saison in Dosen und vakuumiert erhältlich.

100 Gramm Kastanien enthalten nur 2 Gramm Fett und das auch noch mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Zum Vergleich: 100 Gramm Macadamia-Nüsse haben satte 73 Gramm Fett. Entsprechend gering ist auch der Kaloriengehalt von Kastanien mit rund 200 Kilokalorien pro 100 Gramm. Sie punkten auch mit einem Stärkegehalt von immerhin rund 41 Prozent, vielen B-Vitaminen, Vitamin C, Mineralstoffen wie Kalium und hochwertigem Eiweiss. Da Kastanien kein Gluten enthalten, sind sie auch für Menschen geeignet, die an einer Zöliakie leiden.

Um den leicht süssen und nussigen Geschmack geniessen zu können, müssen Kastanien erst gekocht, geröstet oder anderweitig zubereitet werden. Frische Kastanien können zwar auch roh gegessen werden, schmecken dann aber mehlig und eher herb. Erst beim Erhitzen wird die Stärke in Zucker umgewandelt. Man kann Kastanien zum Beispiel gekocht als Beilage zu Wild- oder Geflügelgerichten reichen, zu Püree verarbeiten für Vermicelle oder einfach im Backofen rösten.

Einfach und schnell gelingen zum Beispiel „heisse Maroni“ – wie frisch vom Herbst- oder Weihnachtsmarkt. Dafür die Schale an der Spitze kreuzförmig einritzen und im Ofen bei 180 Grad Celsius für 15 bis 20 Minuten rösten. Eine feuerfeste Schüssel mit Wasser im Ofen verhindert, dass die Edelkastanien zu trocken werden. Nach dem Rösten lassen sich Schale und Samenhaut leicht entfernen. Verarbeitet werden Kastanien unter anderem zu Kastanienmehl (z. B. für Brot, Kuchen oder Nudeln), Kastanienflocken (z. B. für Müeslis), Kastaniencreme, -püree oder –paste. (BZfE)
(gb)

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