Foodfachzeitung im Internet
Sonntag, 18. Januar 2026
News, Tipps, …
Druckansicht25.09.2025
WISSEN: Allergierisiken durch Lupinensamen

Lupinensamen gewinnen seit einigen Jahren in der Lebensmittelherstellung an Bedeutung. Das liegt unter anderem daran, dass viele Menschen auf tierische Lebensmittel verzichten oder deren Anteil an der Ernährung zumindest reduzieren wollen und deshalb nach pflanzlichen Alternativen zu tierischen Proteinquellen suchen. Verwendung als Lebensmittel finden unterschiedliche Lupinenarten, insbesondere Lupinus albus, L. flavus und L. angustifolius. Auch in der Tierfütterung werden zunehmend Lupinen eingesetzt, weil das Interesse an der Nutzung heimischer Futterpflanzen gestiegen ist.

Für die Bewertung möglicher gesundheitlicher Risiken ist unter anderem der Gehalt an Chinolizidinalkaloiden (QA) in den Lupinen entscheidend. Dieser schwankt in Abhängigkeit von der Sorte und den Anbaubedingungen. Lupinen mit eher niedrigen QA-Gehalten werden als Süsslupinen bezeichnet, solche mit höheren Gehalten als Bitterlupinen. Nach Aufnahme höherer Mengen an QA kann es zu akuten Vergiftungen kommen. Zu den typischen Symptomen einer moderaten Vergiftung zählen Pupillenerweiterung, Schwindel, Übelkeit, Mundtrockenheit, Magenschmerzen, Erbrechen, Durchfall und/oder auch Herzbeschwerden.

Den vorhandenen Daten zufolge kommt es beim Verzehr lupinensamenhaltiger Lebensmittel nur in Ausnahmefällen zu akuten Vergiftungen. Weil die Symptome nicht sehr spezifisch sind, ist allerdings von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Lebensmittel mit hohem Lupinensamen-Anteil haben die höchsten QA-Gehalte, etwa Mehle, Schrote oder Kaffee-Ersatz. Insgesamt gibt es derzeit noch zu wenige Daten zu den Gehalten in Lebensmitteln. Ebenso fehlen Angaben darüber, wie viel und welche lupinensamenhaltigen Lebensmittel von Verbraucherinnen und Verbrauchern verzehrt werden.

Bei der Bewertung gesundheitlicher Risiken ist ausser den QA-Gehalten das Risiko von allergischen Reaktionen von Bedeutung. Lupinen können den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge bei Menschen, die bereits eine Allergie haben, Kreuzreaktionen auslösen. Dies kommt vor allem bei Menschen mit einer Erdnuss-Allergie vor: Etwa jeder fünfte Erdnuss-Allergiker reagiert auf Lupinen. Die Symptome und Schwere der allergischen Reaktion auf Lupinen sind denen einer Erdnussallergie in etwa vergleichbar. Darüber hinaus können Lupinen bei Menschen allergische Reaktionen hervorrufen, die zuvor keine Allergie hatten („Primärsensibilisierung“).

Mit der zunehmenden Verwendung von Lupinensamen ist eine Zunahme allergischer Reaktionen erwartbar. „Lupine“ und „Lupinenerzeugnisse“ finden sich in der Gruppe der kennzeichnungspflichtigen Allergene, die als Zutaten zu Lebensmitteln auf der Etikettierung der Lebensmittel und auch bei unverpackten Lebensmitteln („lose Ware“) anzugeben sind (Verordnung (EU) 1169/2011). (Bundesinstitut für Risikobewertung BfR)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
17.01.2026
dKOMMENTAR: Gibt es gesunde Zuckeralternativen und Süssstoffe?
16.01.2026
d FORSCHUNG: Geheimnisse des Schneidens weicher Materialien
12.01.2026
dWISSEN: Kichererbse – proteinreich aber giftig wenn roh
09.01.2026
dTIPP: Mango gekonnt schälen und schneiden
07.01.2026
dNEWS: Coop verzeichnet Umsatzrekord im 2025
06.01.2026dFORSCHUNG: Lebensmittelverteuerung schadet Gesundheit von Kindern
02.01.2026dTIPP: Dreikönigskuchen do it yourself
30.12.2025dNEWS: Kinderwerbung für Ungesundes reduzieren - Selbstverpflichtung der Branche
29.12.2025dFORSCHUNG: Wie gesund sind Paranüsse wirklich?
26.12.2025dWISSEN: aromatische und farblich attraktive Kiwi
22.12.2025dSAISON: vitaminreicher Rotkohl
21.12.2025dTIPP: Deutsche Nährwerttabellen jetzt lizenzfrei
18.12.2025dTIPPS: Bei Kaki auf Reifegrad achten
17.12.2025dFORSCHUNG: Pilz verarbeitet Karottenreste zu schmackhaftem Protein
14.12.2025dKOMMENTAR: WHO auf dem Holzweg bei absoluter Alkoholwarnung
12.12.2025dWissen: Vitaminreicher Rosenkohl
09.12.2025dTIPP: Cicorino Rosso - schmackhafter Hingucker
03.12.2025dKOMMENTAR: Hochverarbeitete Produkte vs. Unausgewogene Ernährung
30.11.2025dSAISON: Schwarzwurzel, eine Winterrarität
28.11.2025dTREND: Alkoholfreie und Craft-Biere legen zu
25.11.2025dNEWS: Tasse Kaffee wird nochmals teurer
20.11.2025dNEWS: Markus Roten ist «Metzger des Jahres 2025»
18.11.2025dTIPP: Halbdörrfrüchte als natürliches Süssungsmittel
16.11.2025dWISSEN: Süsse Vielfalt der Birnen
14.11.2025d NEWS: Schweiz triumphiert an World Cheese Awards
12.11.2025dNEWS: Barry Callebaut setzt auf kakaofreie Schokolade
07.11.2025dSAISON: Kardy – Gemüse-Geheimtipp aus der Westschweiz
04.11.2025dTIPP: Igeho-Messe 15.-19.11.2025 in Basel
03.11.2025dFORSCHUNG: Herkunft kann über Umweltfreundlichkeit täuschen
29.10.2025dWISSEN: Hafer ist glutenhaltig – oder doch nicht?
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland