Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Freitag, 11. September 2026
Tipp
07.09.2026
Premiere NovaFood 26.-27.10. 2026 in Luzern

Vom 26.-27.10. 2026 wird Luzern Treffpunkt der Schweizer Lebensmittelproduktion. An der neuen Fachmesse stellen Hersteller und Dienstleister für Produktionstechnik, Betriebsmittel, Rohstoffe und Halbfabrikate aus.
News, Tipps, …
Druckansicht 07.09.2025
FORSCHUNG: Sind vegane Fleischalternativen ökologisch?

Negative Klima- und Umweltauswirkungen eines hohen Fleischkonsums werden gesellschaftlich zunehmend diskutiert. Neben ethischen und gesundheitlichen Aspekten dürfte dies ein wichtiger Treiber dafür sein, dass der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten in den vergangenen zehn Jahren zurückgegangen ist. Parallel hat die Entwicklung von Alternativprodukten an Dynamik gewonnen. Aber welchen Beitrag können diese eigentlich leisten, um Treibhausgasemissionen und andere negative Umwelteffekte der Ernährung zu reduzieren?

Welche Wirkungen ein reduzierter Konsum von Fleisch auf Klima und Umwelt hätte, wurde von verschiedenen Forschungsgruppen untersucht. So zeigte eine niederländische Studie bei Halbierung des Fleischkonsums und gleichzeitigem Ersatz durch pflanzenbasierte Alternativprodukte bei Treibhausgasen (in CO2-Äquivalenten „CO2e“) und bei der Landnutzung ein Einsparpotenzial von jeweils 40 Prozent, beim Wasserverbrauch von 30 Prozent. Andere Forschungsarbeiten zeigten CO2e-Einsparpotenziale von 15 bis 55 Prozent.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) in seinem aktuellen Gutachten. Er modellierte verschiedene Szenarien, wie sich der Fleischkonsum in Zukunft ändern könnte. Im Jahr 2024 lag der Fleischverzehr in Deutschland bei etwa 53 Kilogramm pro Person. Bei einem auf 30 Kilogramm pro Kopf und Jahr reduzierten Fleischverzehr ist eine CO2e-Reduktion von rund 22 Prozent möglich. Voraussetzung wäre, der Konsum von Milch und Milchprodukten würde leicht zurückgehen und der Anteil pflanzlicher Alternativprodukte würde moderat steigen.

Nähme der Konsum von tierischen Lebensmitteln deutlich (auf 20 kg/Jahr) zugunsten von pflanzlichen Alternativen ab, so könnten die Treibhausgasemissionen sogar um rund 43 Prozent sinken. In der Folge führe der reduzierte Fleischkonsum vielleicht sogar auch zu weniger Tierhaltung. So ergäben sich dann zusätzlich positive Effekte in Bezug auf den Eintrag von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor in die Umwelt.

Doch es gibt hinsichtlich einer fundierten Klima- und Umweltbewertung von Alternativen für Fleisch und andere tierische Produkte noch einige Herausforderungen und Unsicherheiten. Zwar lässt sich generell sagen, dass vor allem pflanzenbasierte Alternativen meist einen günstigeren ökologischen Fussabdruck haben als die tierischen Pendants. Aber ein Vergleich einzelner Produkte ist auch wegen unterschiedlicher Bilanzierungsmethoden schwierig. Auch die Einschätzung von Fleisch aus Zellkultur und Produkten aus Präzisionsfermentation ist nicht leicht. Hier spielt in erster Linie die verwendete Energiequelle eine Rolle.

Damit Verbraucher Alternativprodukte künftig zuverlässig in Bezug aus von Klima- und Umweltwirkungen auswählen können, plädiert der WBAE für eine entsprechende Kennzeichnung. Neben einem Klimalabel könnte dies auch eine Kennzeichnung nach dem Vorbild des französischen „Planet-Score“ sein, bei dem noch weitere Umwelteffekte sowie das Tierwohl berücksichtigt werden. Damit eine solche Kennzeichnung jedoch sinnvoll und umsetzbar ist, braucht es zunächst eine solide Basis an vergleichbaren Daten. Zudem machen es gesetzliche Regelungen und andere Rahmenbedingungen derzeit noch schwer, den ökologischen Fussabdruck auf Lebensmitteln auszuweisen. Die vorschnelle Einführung eines Klima- und Umweltlabels erscheint jedenfalls unwahrscheinlich. (BZfE)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
08.09.2026
dTIPP: Schweizer Genusswoche 2026
31.08.2026
d SAISON: Wassermelone richtig verarbeiten
28.08.2026
dKOMMENTAR: Erhitzen zerstört Schimmelpilzgifte nicht
23.08.2026
d FORSCHUNG: Übergewicht-Einfluss auf Krebsrisiko
09.08.2026
dWISSEN: Chili oder Cayennepfeffer - feurige Würze
03.08.2026 dTIPP: Trendgemüse Kürbis - vom Acker bis zum Teller
27.07.2026 dFORSCHUNG: Quantensensorik erkennt Lebensmittelbetrug
23.07.2026 dKOMMENTAR: Wie sinnvoll sind Near-Water-Getränke?
21.07.2026 dWISSEN: Matjes auf holländische oder nordische Art
13.07.2026 d FORSCHUNG: Hülsenfrüchte gegen Bluthochdruck
06.07.2026 dTIPP: Liebstöckel - intensiv-würziges Maggikraut
02.07.2026 dWISSEN: Erbsen als Proteinbombe
26.06.2026 dFORSCHUNG: Luzerne-Drink als nachhaltige Milchalternative
22.06.2026 d TIPP: Vielseitiger Thymian - vom Schmorgericht bis Dessert
17.06.2026 dKOMMENTAR: Nahrungsergänzung ist sinnlos bei Omega-3-Fettsäuren
10.06.2026 dNEWS: Basler Bäckerei Jetzer gewinnt «Bäckerkrone 2026»
08.06.2026 d FORSCHUNG: KI erkennt ultraverarbeitete Produkte
02.06.2026 dTIPP: Bio Marché in Zofingen 19.-21.6.2026
27.05.2026 d NEWS: BLV-Vorschlag für Reduktion der Kinderwerbung
26.05.2026 dWISSEN: Macht Kreatin wirklich starke Muskeln?
19.05.2026 d TIPPS: Grillgenuss ohne Risiko - 10 Hygieneregeln
15.05.2026 dNEWS: Ernährungsstrategie 2025-2032 und geplante Umsetzung
01.05.2026 dFORSCHUNG: Sauberkeit im Kühlschrank schlägt Temperaturkontrolle.
27.04.2026 d KOMMENTAR: Bezeichnung „Urgetreide“ irreführend
24.04.2026 dNEWS: Heute ist Tag des Schweizer Bieres 2026
23.04.2026 dTIPP: Wraps selbst füllen aber richtig
17.04.2026 d SAISON: Spargel: Königin der Gemüse
16.04.2026 dFORSCHUNG: welche hochverarbeiteten Lebensmittel sind (un)gesund?
13.04.2026 dNEWS: Schweizer Biomarkt ist 2025 weitergewachsen
08.04.2026 dTIPP: Blumenkohl richtig verarbeiten
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland