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TREND: Zukunft von Fleisch-/Milch-Konsum bei nachhaltiger Ernährung

Vergleicht man die aktuellen Verzehrsgewohnheiten mit denen vor zehn Jahren, lässt sich ein Trend zu weniger Fleischkonsum beobachten. Gleichzeitig werden mehr Alternativen zu tierischen Produkten entwickelt und konsumiert. Aber wie sieht das Ganze in 20 Jahren aus? Wird der aktuelle Verzehr von durchschnittlich 53,2 kg Fleisch pro Kopf und Jahr weiter zurückgehen? Und in welchem Ausmass werden tierische Produkte durch pflanzliche Alternativen ersetzt?

Da Prognosen schwierig sind, hat der deutsche Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) in einem aktuellen Gutachten drei Szenarien skizziert, die mögliche Entwicklungen für den Fleischkonsum der Zukunft beschreiben.

Im Trendszenario werden die aktuellen Konsumtrends auf Basis von Verzehrsdaten der Agrarstatistik bis 2045 fortgeschrieben. Demnach sinkt der Fleischverzehr auf etwa 40 kg pro Kopf und Jahr, hauptsächlich durch einen Rückgang beim Verzehr von Schweinefleisch. Geflügel landet dagegen häufiger auf den Tellern. Der Konsum von Milch und Milchprodukten bleibt aufgrund eines leicht steigenden Käsekonsums stabil. Alternativprodukte für Milch werden in einer Menge von rund 20 kg und solche für Fleisch von 3 kg pro Kopf und Jahr konsumiert.

Im Szenario Beschleunigter Wandel nehmen die Forschenden eine beschleunigte Reduktion des Fleischkonsums auf 30 kg an, während der Konsum von Milch und Milchprodukten nur leicht zurückgeht. Der Anteil pflanzlicher Alternativprodukte am Gesamtkonsum nimmt zu, vor allem, weil sie qualitativ immer besser werden und preislich günstiger sind.

Beim Szenario Stark beschleunigter Wandel nähern sich die Lebensmittelmengen den Empfehlungen der Planetary Health Diet an. Entsprechend geht der Konsum tierischer Produkte deutlich zugunsten von Alternativprodukten zurück, auf 20 kg Fleisch pro Kopf und Jahr. Der Milchkonsum wird halbiert. Auf der anderen Seite steigt der jährliche Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch- und Wurstalternativen auf 16 kg, der von Milch- und Milchproduktalternativen auf 77 kg. Neben pflanzenbasierten Alternativen sind hier auch Produkte aus Zellkultivierung und aus Präzisionsfermentation eingeschlossen sowie sogenannte Hybridprodukte.

Die drei Zukunftsbilder dienen als Grundlage, um die möglichen Folgen eines veränderten Ernährungsverhaltens abzuschätzen. Diese betreffen nicht nur Klima- und Umweltwirkungen, sondern auch die Landwirtschaft und die gesamte Wertschöpfungskette von Lebensmitteln. Welches Szenario am Ende eintreten wird, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab – von politischen Rahmenbedingungen, vom Marktgeschehen und der gesellschaftlichen Akzeptanz.

Das WBAE-Gutachten hebt das Potenzial von Alternativprodukten hervor und gibt Orientierung, wie der Wandel hin zu einer nachhaltigeren Ernährung gestaltet werden kann. Dabei geht es nicht um Verzicht, sondern um „Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch“, so auch der Titel des Gutachtens. (BZfE)
(gb)

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