​
Foodfachzeitung im Internet
Admin aufrufen
Samstag, 17. Oktober 2026
Report
Druckansicht 12.09.2009
Bisonfleisch: viel-versprechendes Trend-Produkt der Gourmet-Gastronomie


Bison-Herde in Avenches


Halbwildes Wild wie Rothirsch in Neuseeland oder Damhirsch in der Schweiz liegt im Trend. Seit einigen Jahren gilt dies auch für Bisons, einst eine für Nordamerika charakteristische Tierart und das Grundnahrungsmittel der Indianer.

Bisonfleisch wird importiert aber auch in der Schweiz produziert und besitzt ein interessanten Potenzial als Wild-Nischenprodukt. In der Gourmetgastronomie findet es seine Liebhaber. Im Trendrestaurant Seven vom Kochweltmeister Ivo Adam in Ascona steht kanadisches Bisonfilet mit Belugalinsen, Waldpilzen und Trauben auf der Karte. Gourmetgastronomen fragen vor allem nach Edelstücken. Da hiesige Züchter zuwenig solche anbieten können, importieren einige Spezialisten Bisonfleisch, so etwa der Basler Comestibler Delicarna. Im Webshop foodboerse.ch bietet die Firma Entrecôte, Huft, Filet und Rib-Eye an.

«Es hat Erfolg als hochpreisiges Nischenprodukt und wird vor allem in die Gastronomie verkauft», sagt Delicarna-Verkaufsleiter Albert Saner. Einkauf bei Schweizer Produzenten sei für Delicarna nicht interessant, weil zuwenig Edelstücke erhältlich seien. «Schon Vorderviertel haben eine geringe Nachfrage», so Saner.


Bison-Frischfleisch von Delicarna


Allerdings kann man mit Fantasie durchaus attraktive Produkte aus währschaften Stücken kreieren, «so etwa Prärie-Ragout», schlug kürzlich die Hotelrevue vor und zitierte einen Gastronomen, die mit Niedertemperatur-Garung von Bisonfleisch gute Erfahrung macht: «Küchenchef David Bischofberger vom Hotel Walzenhausen garte Hohrücken während zwei Stunden bei einer Kerntemperatur von nur 60 Grad, und er wurde so was von zart, schmackhaft und saftig».

Auch gemäss einem deutschen Bisonzüchter (www.bisons.de) hat Bisonfleisch die Eigenschaften von gutem Rindfleisch, schmeckt aber intensiver und nicht nach Wild. Es ist dank kurzen Fleischfasern sehr zart und enthält weniger Fett sowie Cholesterin als Rindfleisch. Die Anteile der langkettigen Fettsäuren sind, wie bei den meisten Wildtieren, geringer als im Rindfleisch. Die dunklere rote Farbe wird durch den höheren Gehalt an Eisen verursacht. Beim Braten schrumpft das Fleisch kaum.


Bison-Trockenfleisch der Walliser Metzgerei Chapelay (unten)
und der Basler Metzgerei Grauwiler (oben)


Auch die Importfirma Carnoglob importiert Bison-Edelstücke sowie Bisonhälften, aber aus Kanada und verarbeitet einen Teil davon. Die erfolgreichsten Produkte sind zum Einen Hackfleischburger sowie Meatballs, beide roh und TK, die in der Metzgerei Grauwiler hergestellt werden. Und zum Andern Salami und Trockenfleisch, hergestellt bei einem Lohnverarbeiter in Graubünden.

Heiner Birrer, Mitinhaber von beiden Firmen, macht ähnliche Erfahrungen wie Delicarna: «Viele treue Kunden kaufen dieses hochpreisige Nischenprodukt regelmässig, aber die Mengen der Schweizer Züchter sind für uns zu klein». Carnoglob importiert wöchentlich 300 bis 500 kg Edelstücke und hin und wieder circa 25 Tierhälften auf einmal. (GB)


Bison-Mutterkuh mit Kalb


Einige Bezugsquellen für Bisonfleisch(waren):

Delicarna, Basel, www.delicarna.ch
Euro-Bison AG, Thal, www.euro-bison.ch
Grauwiler Fleisch AG, Basel, www.grauwiler.ch
Dubno AG, Hendschiken, www.dubno.ch
Comestibles Zellweger, Staad, Tel. 071 855 22 23

Direkt ab Hof:
Plattner Florian, 1580 Avenches VD, Tel 079 541 16 69
Michel Prêtre, 2926 Boncourt, www.jura-bison.com
Bühlmann, Cham, www.woodandmore.ch
Hofgut & Hofmetzg Farnsburg, Ormalingen, www.farnsburg.ch
Bison-Ranch, Les Prés-d’Orvin, www.bisonranch.ch
Bisonfarm, Niederwil, www.bisonfarm.ch
(gb)

Report – die neuesten Beiträge
11.10.2026
dSüsskartoffel: Vitaminreiche Wurzel
29.09.2026
d Internationaler Tag des Kaffees 1.10.2026
16.09.2026
dWeg von Turbo-Poulets bei der Migros
03.09.2026
dAmarant, Buchweizen und Quinoa sind Powerkörner
20.08.2026
dSAISON: Vielseitiger gesunder Hèttenkäse
07.08.2026 d Jetzt Birnen: Süss, saftig aber sensibel
24.07.2026 dStrauchbeeren im Trend
15.07.2026 dBündner Rohschinken ersucht IGP-Anerkennung
07.07.2026 dGartenbohnen auf den Teller
23.06.2026 dTrend Fibermaxxing - wie viele Ballaststoffe sind nötig?
14.06.2026 dDelikate Muscheln und Krebse aus Schweizer Gewässern
31.05.2026 d Auberginen: Mediterranes Flair aus Schweizer Anbau
17.05.2026 dErdbeeren: Süsser Höhepunkt des Frühsommers
03.05.2026 dAllzu scharf kann gesundheitlich riskant sein
25.04.2026 dEinheimische Weine gewinnen Marktanteile
10.04.2026 dBacken mit Honig
31.03.2026 d Das Ei: Wunder der Natur
23.03.2026 dMorchelsaison startet
08.03.2026 dSlow Food Markt Zürich 2026 im Rückblick
27.02.2026 dDörrfrüchte von Äpfeln über Beeren bis Steinobst
13.02.2026 d Brot backen ist Kunsthandwerk
04.02.2026 dSchweizer Büffelfleisch auf den Teller
26.01.2026 dRoggenbrot ist Brot des Jahres
14.01.2026 dGesundheitsrisiken in der Teflonpfanne?
28.12.2025 dAnstossen mit Schweiz im Glas
19.12.2025 dWeihnachten clever kochen und geniessen
11.12.2025 d Trutenbraten zum Weihnachtsfest
01.12.2025 d Lebkuchen: Duft von St. Nikolaus
23.11.2025 dMikronährstoffe bei fleischloser Ernährung
09.11.2025 dRomanesco: vitaminreicher farbenfroher Türmchenkohl
©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland