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Zur Ingwer-Wirkung tragen ätherisches Öl (enthält unter anderem Citral, Neral, Zingiberen sowie Zingiberol) und nichtflüchtige Scharfstoffe wie Gingerol bei. Den typischen Geruch bewirkt Zingiberol, den scharfen Geschmack verursacht Gingerol. Dieses ist nur bedingt kochstabil. Beim Erhitzen oder Trocknen wandelt sich Gingerol teilweise in Shogaol um, welches zwar schärfer ist, aber insgesamt verliert die Knolle durch langes Kochen oft an intensiver, frischer Schärfe und wird milder.
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Ingwer (Zingiber officinale) ist die Arzneipflanze des Jahres 2026. Es ist eine schilfartige Staude aus der Pflanzenfamilie der Ingwergewächse. Seine Heimat liegt in den tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südostasiens. Zu den wichtigsten Anbauländern zählen heute Indien, Nigeria und China. Unter der Erde bildet die Pflanze kräftige, horizontal wachsende Rhizome, die umgangssprachlich als „Ingwerwurzel“ oder „Ingwerknolle“ bezeichnet werden. Sie besitzen eine korkige, hellbraune Aussenhaut und ein leicht gelbliches Fleisch, das reich an ätherischen Ölen, Aroma- und Bitterstoffen ist.
Auch aus der Küche ist Ingwer nicht wegzudenken – vor allem in asiatischen Speisen. Das vielseitige Gewürz verleiht Suppen, Eintöpfen, Currys und Chutneys eine zitronig-frische Note und eine leichte Schärfe. Eingelegter Ingwer ist zudem eine klassische Beilage zu japanischen Sushi-Gerichten. Süssem Gebäck, Konfekt und Desserts kann Ingwer eine interessante Geschmacksnote verleihen, bekannt ist er auch in kandierter Form.
Bei einer beginnenden Erkältung oder bei leichten Magenbeschwerden ist Ingwertee ein bewährtes Hausmittel: Dafür wird ein drei bis fünf Zentimeter grosses Stück frische Ingwerknolle – möglichst aus Bio-Anbau – gründlich gewaschen und in dünne Scheiben geschnitten. Mit etwa einem Liter heissem Wasser übergiessen und etwa zehn Minuten ziehen lassen. Dann kann das Getränk noch mit etwas Zitronensaft und Honig abgeschmeckt werden. Bei empfindlichen Schleimhäuten und Mägen kann der scharfe Ingwer auch reizend wirken, daher im Zweifelsfall lieber mit kleinen Stücken und sanfter Dosierung anfangen.
Als Heilpflanze hat Ingwer eine lange Geschichte. Traditionell wird er zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen bei Reisekrankheit und leichten krampfartigen Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt. In der aktuellen Bewertung der EMA vom Mai 2025 wurde das Anwendungsspektrum um folgende Bereiche erweitert: vorübergehende Appetitlosigkeit, leichte Gelenkschmerzen und Erkältungssymptome. Relativ gut erforscht ist laut der Arzneimittelagentur die Wirkung bei Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden.
(BZfE)
(gb)