Foodfachzeitung im Internet
Dienstag, 21. Mai 2019
Tipp
29.04.2019
Brotbackkurse bei Lehmann Holzofenbeck

Grundlagen der Teigherstellung, Gärvorgang mit Hefe oder Natursauerteig, Aufarbeiten, Formen, Backen. Fragen rund um Biozutaten, Rohstoffherkunft, Ernährung, Unverträglichkeiten, Haltbarkeit etc.
News, Tipps, …
Druckansicht10.10.2018
Umstrittenes Palmöl

Palmöl ist das meistproduzierte pflanzliche Öl weltweit und steckt in fast jedem zweiten Supermarktprodukt. Seine guten Verarbeitungseigenschaften machen es besonders geeignet für die Nahrungsmittelindustrie. Aber auch in Seifen, Reinigern und andere chemischen Produkten wird es gerne eingesetzt. Ausserdem ist es günstig. Aber es hat ein schlechtes Image: Man verbindet damit die Rodung von Regenwäldern, die Bedrohung und Vertreibung von Tierarten sowie die Missachtung von Landnutzungsrechten durch Grokonzerne. Das heisst, Menschen, Tiere und Umwelt in den Anbaugebieten leiden unter den Folgen der Palmölproduktion. Trotzdem steigt die Palmölproduktion jährlich weiter an.

In einer wissenschaftlichen Untersuchung der Universität Bonn wurde nun deutlich: In Indonesien sind es nicht nur die groen Palmölplantagen, auch Kleinbauern verbrauchen einen beträchtlichen Anteil der Flächen bei der Anlage ihrer Plantagen. Allerdings sind die Marktpreise für Palmöl mittlerweile so niedrig, dass sich der Anbau für sie nicht mehr rentiert. Sie schreiben rote Zahlen. Abschätzungen zu den Umwelt- und Klimaschäden zeigen auerdem, dass die wahren Kosten des Palmöls viel höher sind. Gleich ob Grokonzern oder Kleinbauer – würde man die Klimawirkungen und Biodiversitätsverluste mit in den Preis einrechnen, dann würde das Öl deutlich teurer.

Lösungsansätze, um die Schäden der Produktion zu begrenzen, sind unter anderem Zertifizierungssysteme wie RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil). Dabei werden Produzenten zur Einhaltung von Mindest-Standards verpflichtet. Zum Beispiel zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten sowie zum Erhalt von Primärwäldern. Bis zum Jahr 2015 waren 47 Prozent des Palmöls zertifiziert, das im sogenannten freiwilligen Markt zum Beispiel für Lebensmittel, Kosmetika und Seifen eingesetzt wird.

Gänzlich löst dieser Ansatz die Problematik jedoch nicht, da der absolute Verbrauch von Palmöl insgesamt sehr hoch ist und Druck auf das globale Ökosystem ausübt. Auch Palmöl aus biologischem Anbau ist eine Alternative, wenn auch der Markt sehr klein ist. So stellt sich auch die politische Aufgabe, die Zertifizierungssysteme noch weiter zu verbessern und zu verbreiten.

Einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Zertifizierungssystemen leistet das Forum nachhaltiges Palmöl (FONAP). In der Langfassung des neuen Internetbeitrages des Bundeszentrums für Ernährung „Palmöl – wo ist es drin und was ist dran an der Kritik?“ gibt Daniel May, Generalsekretär des FONAP eine Einschätzung zum Palmöl-Markt in Deutschland und zu den Entwicklungspotenzialen. Mitte Oktober 2018 auf der Generalversammlung des FONAP werden diese Trends öffentlich vorgestellt und diskutiert.

Freihandelsabkommen mit Palmöl-produzierenden Staaten?

Auch die Schweiz importiert fleissig Palmöl aus Indonesien und Malaysia. Schon seit einigen Jahren laufen in der Schweiz Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien, den grössten Palmöl-Exporteuren weltweit. In Malaysia werden auf Grund der Waldrodung für Palmöl jährlich Waldflächen so gross wie die gesamte Fläche der Schweiz zerstört.

Palmölplantagen zerstören nicht nur den Regenwald, der die Lebensgrundlage für zahlreiche Tiere darstellt, sondern haben auch verheerende Folgen für die Umwelt und entziehen in zahlreichen Fällen die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung und deren Rechte auf ihr Land. Die Rodung von Wäldern setzt grosse Mengen an CO2 frei. Hinzu kommt, dass in Indonesien sehr viel Wald auf Torfmooren steht, welche besonders viel CO2 speichern und zudem anfällig darauf sind, Feuer zu fangen. Und statistische Daten zeigen, dass die Abholzung der Regenwälder entscheidend zu Überschwemmungen beigetragen hat.

Schweizer Bauern sorgen sich, dass Palmöl im Falle des Freihandelsabkommens das Schweizer Rapsöl vom Markt verdrängen wird. Raps ist die wichtigste Schweizer Ölpflanze. Schätzungen zufolge wurde 2017 auf 21'000 Hektaren Raps angebaut. Laut einem Faktenblatt zu Palmöl des Vereins Public Eye, kostet ein Liter Palmöl durchschnittlich 85 Rappen. Für einen Liter Schweizer Rapsöl zahlt man einen Preis von 2.67 Franken. Momentan wird das importierte Palmöl noch mit 1.22 pro Kilo besteuert, was einen Endpreis von 2.12 macht. Würde aber ein Freihandelsabkommen mit Malaysia zu Stande kommen, würden die Importzölle wegfallen und das importierte Öl wäre beinahe 3-mal billiger als Schweizer Rapsöl. (Text: BZFE, LID)

(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
20.05.2019
dNEWS: Männer reagieren anders auf Diäten als Frauen
16.05.2019
dNEWS: Neue Studie über Gesundheitskosten von Zucker
15.05.2019
dNEWS: Migros investiert in Laborfleisch
13.05.2019
dNEWS: Schweizer kaufen teurer und edler als Deutsche
10.05.2019
d.NEWS: Schweizer Weinjahr 2018 mit Rekordernte
09.05.2019dAppenzeller Metzger Franz Fässler wird Metzger des Jahres 2019
07.05.2019d.NEWS: Massnahmen gegen Swissness-Missbrauch greifen
06.05.2019d.NEWS: Der offiziell schönste Hofladen 2019
01.05.2019dTIPP: Das perfekte Grill-Steak
29.04.2019dFORSCHUNG: Wie wirken Omega-3-Fettsäuren?
26.04.2019dINTERVIEW: mit Marcel Kreber zum Tag des Bieres 26.4.2019
25.04.2019dNEWS: Mehr Gäste und Jobs aber weniger Umsatz in der Gastronomie 2018
24.04.2019dTIPP: Basel startet Serie von Streetfood-Festivals 2019
23.04.2019dPRESSESCHAU: K-Tipp testet weisse Bratwürste
18.04.2019dNEWS: Neu im Schweizer Detailhandel: veganer «Beyond Burger»
17.04.2019dTIPP: Tête de Moine-Käsefest 3.-5. Mai 2019
15.04.2019dTIPP: Essbare Frühlingsblüten auf den Teller
11.04.2019dNEWS: WWF-Umweltrating zeigt Aufholjagd im Detailhandel
10.04.2019dTIPP: an Schweizer Grillwettkämpfen 2019 teilnehmen
09.04.2019dERFORSCHT: Soziale Faktoren der Lebensmittelbewertung
07.04.2019dGRATULATION: Bell feiert 150-Jahre-Jubiläum
03.04.2019dNEWS: Neue Rekorde für Knospe-Bioprodukte im 2018
02.04.2019dNEWS: Schweizer essen wieder mehr Zuckerwaren
02.04.2019dTIPPS: Schweizer Spargeln starten schon
01.04.2019dKein Aprilscherz: Innovative Musik-Reifung bei Käse
29.03.2019dNEWS: Geflügel- und Rindfleisch-Konsum steigen, Schweinefleisch verliert
26.03.2019dNEWS: Migros mit mehr Umsatz aber weniger Gewinn
25.03.2019dNEWS: Weniger Schweizer Schokolade im Inland, mehr im Export
25.03.2019dNährwertdatenbank des Bundes mit neuen Funktionen
21.03.2019dNEWS: Familie Schweizer isst mehr Käse
Ecke für Profis
18.05.2019
.GASTRONOMIE: Einige Würzsaucen und ihre Machart

Würzsaucen sind Konzentrate in flüssiger Form ähnlich wie Marinaden aber weniger ölhältig. Man verwendet sie auf dem Teller oder als Zutat beim Kochen. Viele haben Berühmtheit erlangt wie Ketchup, Sojasauce und Maggi.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland