Foodfachzeitung im Internet
Sonntag, 29. November 2020
Tipp
21.09.2020
Buchtipp: Einfach gute Steaks

Das Beste von Rind, Schwein, Poulet & Co. – klassisch oder neu. Mal köstlich gefüllt, mal mit Kruste: die ganze Vielfalt saftiger Steaks. Der Weg zum perfekten Gargrad isteinfach erklärt.
News, Tipps, …
Druckansicht16.11.2020
FORSCHUNG: Apfelschalen statt synthetische Antioxidantien

Die Freie Universität Bozen hat ihr erstes Patent angemeldet: Aus Rückständen der Apfelverarbeitung hat die Forschungsgruppe von Prof. Matteo Scampicchio ein Wachs gewonnen, das unter bestimmten Bedingungen eine antioxidative Wirkung aufweist. Verwendbar ist es künftig als Ersatz für synthetische Inhaltsstoffe in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie.

Das Forscherteam von Matteo Scampicchio hat das Produkt in den Labors am NOI Techpark entwickelt. Scampicchio ist Professor für Lebensmitteltechnologie an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik. Die Forscher*innen haben ein Oleogel mit antioxidativen Eigenschaften hergestellt, das sowohl von der Lebensmittelindustrie als natürlicher Ersatzstoff für synthetische Verbindungen als auch von der Kosmetikindustrie verwendet werden kann. Zudem könnte das Gel bei der Futtermittelherstellung für Haustiere zum Einsatz kommen.

Wie bei vergangenen Studien haben Matteo Scampicchio und sein Forscherteam neue Wertstoffe aus Rückständen gewonnen, die bei der Verarbeitung lokaler Produkte anfallen – Stoffe, die sonst entsorgt werden müssten und den Unternehmen Kosten verursachen. Ausgangspunkt der Entdeckung waren Apfelschalen, die als Verarbeitungsrückstand in der Südtiroler Lebensmittelindustrie zurückbleiben.

„Unsere Entdeckung ist das Ergebnis eines Zufalls", erläutert Matteo Scampicchio. „Die Forscherin Giovanna Ferrentino hat geprüft, wie man antioxidative Verbindungen, so genannte Polyphenole, mit Hilfe von überkritischem CO2 aus Apfelschalen extrahieren kann. Nach dem Extraktionsvorgang verstopften stets Wachse den Zylinder, mit dem sie gearbeitet hatte. Bei der Analyse dieser Wachse stellten wir fest, dass sie ein beträchtliches Potenzial aufweisen."

Durch die Zugabe von Ölen, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind, wie etwa Leinöl, erhielt das Forschungsteam ein Gel, das Oxidationsprozesse verlangsamt. Eine Funktion, die sehr nützlich für die Lebensmittelproduktion ist, wo das Gel bisher verwendete chemische Antioxidantien wie BHT (Butylhydroxytoluol) und BHA (Butylhydroxyanisol) ersetzen kann. Dasselbe gilt für kosmetische Produkte, wo das Gel beispielsweise statt Propylgallat eingesetzt werden könnte.

Eine weitere Erkenntnis besteht darin, dass die von Wachs-Oleogelen erworbene antioxidative Wirkung in Abhängigkeit von der Abkühlungsgeschwindigkeit der Mischung zunimmt, die die ungesättigte Fettsäure-Matrix in flüssiger Form und das Wachs nach Erhitzen und Mischen enthält.

Das in Italien angemeldete Patent bezieht sich sowohl auf das gewonnene Produkt, das Oleogel, als auch auf den Extraktionsprozess mittels überkritischem CO2: ein Vorgang ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt. Derzeit prüfen die Forscher*innen der unibz in ihren Labors die Möglichkeit, Oleogel auch aus anderen Nebenprodukten verschiedener Getreidesorten, Sonnenblumenkernen, Traubenschalen, Olivenkernen, Sojabohnen oder Wachsplatten, die von Honigproduzenten verwendet werden, zu extrahieren. (Unibz)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
25.11.2020
dTIPP: Zürcher Weihnachtsmärkte trotz Corona
24.11.2020
dFORSCHUNG: Innovative Schnell-Trocknung im Ionenwind
24.11.2020
dTIPPS: Meerrettich und Wasabi richtig verwenden
22.11.2020
dFORSCHUNG: intelligente Fleischverpackung erkennt Frischeverlust
18.11.2020
dNEWS: Migros lanciert Eier ohne Tötung männlicher Küken
17.11.2020dNEWS: Michel Péclard ist offiziell bester Gastronom 2020
16.11.2020dFORSCHUNG: Apfelschalen statt synthetische Antioxidantien
15.11.2020dNEWS: Weniger Biscuits und Süsswaren exportiert
11.11.2020dTIPP: Paprikagewürz von edelsüss bis rosenscharf
10.11.2020dKOMMENTAR: Dichtung und Wahrheit über Clean Eating
09.11.2020dFORSCHUNG: Vitamin E aus Palmöl stärkt Immunsystem
08.11.2020dNEWS: Migros lanciert Selbst-Abfüllen in Filialen
05.11.2020dIngwer boomt – und wächst in der Schweiz
03.11.2020dDetailhandel-Standards können umweltschädlich sein
01.11.2020dFORSCHUNG: Insekten verwerten Bioabälle effizient und nachhaltig
28.10.2020dNEWS: Starker Umsatzeinbruch bei Schweizer Schoggi
27.10.2020dFORSCHUNG Bioverpackungen mit gleich guten Barrieren wie konventionelle
26.10.2020dTIPP: Pilze statt Fleisch auf dem Teller
25.10.2020dNEWS: Dinkel liegt stark im Trend
21.10.2020dFORSCHUNG: Die wahren Kosten je nach Lebensmittelart
20.10.2020dTIPP: Slow Food Market 24.10.2020 in Zürich
19.10.2020dTREND: Baumnuss-Produktion boomt in der Schweiz
18.10.2020dNEWS: Niklas Schneider ist offiziell bester Schweizer Koch 2020
14.10.2020dFORSCHUNG: Fördert rotes Fleisch Darmkrebs?
13.10.2020dTIPPS: Caramelbonbons und Fudge herstellen
12.10.2020dWissenschafter fordern Werbebeschränkungen für ungesunde Produkte
11.10.2020dTIPP: Luzerner Käsefest findet trotz Corona statt
07.10.2020dFORSCHUNG: Neuartige Biofolie verlängert Frische achtfach
06.10.2020dAm 9. Oktober ist Welt-Ei-Tag
05.10.2020dFORSCHUNG: Naturstoff Quercetin hemmt Coronavirus
Ecke für Profis
27.11.2020
.BÄCKEREI: Neue Erkenntnisse zu Weizen- / Dinkel-Unverträglichkeit:

Eine neue Studie zeigt, dass die Proteine bei Weizen und Dinkel auch von Sorte und Anbauort abhängen. Der Gehalt potenziell allergener Proteine kann um den Faktor 20 schwanken.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland