Foodfachzeitung im Internet
Sonntag, 29. November 2020
Tipp
21.09.2020
Buchtipp: Einfach gute Steaks

Das Beste von Rind, Schwein, Poulet & Co. – klassisch oder neu. Mal köstlich gefüllt, mal mit Kruste: die ganze Vielfalt saftiger Steaks. Der Weg zum perfekten Gargrad isteinfach erklärt.
Ecke für Profis
Druckansicht24.09.2020
.ERNÄHRUNG: Wie (un)gesund sind Kaffee und Coffein?
Um Kaffee und Coffein ranken Mythen. Mal soll das Getränk positive Effekte haben, mal negative. Beim Coffein spielt die Menge eine Rolle und hier sind Energy Drinks gefährlicher.

In einem kürzlich im „New England Journal of Medicine“ erschienenen Review haben Wissenschaftler die gesundheitlichen Effekte des Genussmittels genauer beleuchtet. Dabei ist es immer wichtig klar zu differenzieren: Was auf Koffein zutrifft, muss nicht für Kaffee gelten und umgekehrt. Koffein hält zwar kurzzeitig wach und wirkt sich kurzzeitig auch durchaus positiv auf die Leistungsfähigkeit aus.

Aber, „Koffein kann den Leistungsabfall nach länger andauerndem Schlafdefizit nicht kompensieren“, machen die Wissenschaftler in ihrem Beitrag deutlich. Wenn Kaffee später am Tag getrunken wird, könne sich das auf die Schlafqualität negativ auswirken, warnen die Wissenschaftler.

Koffein ist nicht per se ungefährlich. Wie so oft macht die Dosis das Gift. In einer sehr hohen Dosis könne Koffein Angst, Unruhe, Nervosität, Schlaflosigkeit und Erregung erzeugen, erinnern die Review-Autoren. Mit derartigen Nebenwirkungen ist ab Dosen von 1,2 Gramm oder höher zu rechnen. Zum Vergleich: Eine Tasse Espresso enthält 63 Milligramm Koffein, ein Energy Drink für gewöhnlich 80 Milligramm (je nach Marke). Tödlich kann Koffein ab einer Dosis von 10 bis 14 Gramm sein. Eine Vergiftung durch klassische Koffeingetränke wie Kaffee oder Tee ist nach Ansicht der Wissenschaftler deshalb sehr unwahrscheinlich. Hierzu müsste man 75 bis 100 Tassen Kaffee in kurzer Zeit trinken.

Gefährlicher sind Energy Drinks, vor allem wenn diese mit Alkohol gemischt werden. In Fallberichten wird über kardiovaskuläre, psychische und neurologische Komplikationen berichtet, bis hin zu Todesfällen. Ausgerechnet Kinder und Jugendliche – bei denen diese Getränke sehr beliebt sind – scheinen besonders anfällig für Koffein-bezogene Nebenwirkungen zu sein.

In Studien hat sich die Befürchtung, dass Koffein den Blutdruck in die Höhe treibt nicht bewahrheitet: Selbst bei Menschen mit einer Hypertonie war Kaffee-Trinken mit keinem Blutdruckanstieg assoziiert. Eine solche Entwarnung können die Autoren aber nicht für andere koffeinhaltige Getränke geben. Koffein in Reinform scheint nämlich tatsächlich einen moderaten Blutdruckanstieg zu verursachen. Die Wissenschaftler vermuten, dass andere im Kaffee enthaltene Substanzen wie Chlorogensäure der blutdrucksteigenden Wirkung von Koffein entgegenwirken.

Wie Kaffee sich auf den Cholesterinspiegel auswirkt, kommt offenbar auf die Zubereitung an. Das im Kaffee enthaltene Cafestol erhöht zwar die LDL-Werte. Die Konzentration des Stoffes ist allerdings nur im ungefilterten Kaffee so hoch, dass es sich auf den Lipidstoffwechsel im relevanten Ausmasse auswirkt. Aus kardiovaskulärer Sicht könnte deshalb das Trinken von Kaffee, zubereitet mit der French Press, Türkischer oder Skandinavischer Art, problematisch sein, falls in hohem Masse konsumiert.

Die Bedenken, dass Kaffee nicht gut fürs Herz sei, sind unbegründet. Das Trinken von sechs Standardtassen Filterkaffee pro Tag hat sich aus kardiovaskulärer Sicht als unbedenklich herausgestellt, selbst für Patienten, die herzkrank sind. Ein moderater Konsum von drei bis fünf Tassen scheint sich sogar positiv auf das kardiovaskuläre Risiko auszuwirken.

Es gibt Hinweise, dass Koffein die Insulinsensitivität zumindest kurzfristig reduziert. Der Konsum von Kaffee hat dagegen keinen Einfluss auf die Insulinresistenz. In Studien war regelmässiges Kaffee-Trinken sogar mit einem geringen Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes assoziiert, der Zusammenhang war dosisabhängig.



Als Empfehlung gelten täglich maximal sechs Tassen Espresso


Ein hoher Koffein-Konsum könne zwar die Urinausscheidung stimulieren. Es hätten sich aber selbst bei längerer Einnahme moderater Dosen keine negativen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt feststellen lassen, entkräften die Wissenschaftler die weit verbreitete Befürchtung. Erkenntnisse zum Zusammenhang von Kaffeekonsum und Krebs fassen die Autoren so zusammen: „Die Ergebnisse vieler prospektiver Kohortenstudien lieferten starke Evidenz, dass der Konsum von Kaffee mit keinem Anstieg der Krebs-Inzidenz oder einer erhöhten Todesrate durch Krebs assoziiert ist.“

Menschen, die auf Kaffee verzichten um länger zu leben, sind nach der aktuellen Datenlage eher auf dem Holzweg. In Studien ging der Konsum von zwei bis fünf Standardtassen täglich mit einer geringeren Mortalität einher. Doch Vorsicht: Die gesundheitsfördernden Effekte des Getränks sind nicht unbedingt auf das Koffein zurückzuführen, treffen also nicht auf andere koffeinhaltige Getränke zu. Zu hohe Koffeindosen können – wie oben beschrieben – schädlich sein.

Als Fazit lassen sich die Erkenntnisse der Autoren des Reviews so zusammenfassen: Sie empfehlen Erwachsenen, ihre Koffeinzufuhr auf maximal 400 Milligramm pro Tag zu begrenzen; das entspricht etwa sechs Tassen Espresso oder vier Tassen Filterkaffee. Die Wissenschaftler weisen jedoch auch darauf hin, dass die Reaktionen auf Koffein von Person zu Person stark variieren und von unterschiedlichen Faktoren abhängen. Rauchen etwa beschleunigt den Koffeinmetabolismus, während orale Kontrazeptiva die Halbwertszeit verdoppeln. In der Schwangerschaft verlangsamt sich der Koffeinmetabolismus, weshalb die Koffein-Spiegel stark steigen können. Schwangere und stillende Mütter sollten deshalb maximal 200 Milligramm Koffein pro Tag zu sich nehmen. Bei Energy Drinks sollte auf den Koffeingehalt geachtet werden, von Sorten mit hohem Anteil (über 200 Milligramm) und der Kombination mit Alkohol raten die Wissenschaftler ab. (BZfE)

Stichworte: .GASTRONOMIE:
(gb)

Ecke für Profis – die neuesten Beiträge
27.11.2020
d.BÄCKEREI: Neue Erkenntnisse zu Weizen- / Dinkel-Unverträglichkeit:
20.11.2020
d.METZGEREI: Burger professionell rezeptieren und fertigen
13.11.2020
dERNÄHRUNG: wie man das Immunsystem stärkt
06.11.2020
d.GASTRONOMIE: Die weltweit berühmtesten Spiessli
30.10.2020
d.CONFISERIE: 3D-Druck in der Schokoladeverarbeitung
23.10.2020d.METZGEREI: Aromatisches Fleisch von exotischem Rindvieh
16.10.2020d.DETAILHANDEL: Bioprodukte boomen dank Corona
09.10.2020dERNÄHRUNG: Was ändert sich durch die Coronakrise?
02.10.2020dBÄCKEREI: Herkunfts-Deklaration soll Brotimporte bremsen
24.09.2020d.ERNÄHRUNG: Wie (un)gesund sind Kaffee und Coffein?
20.09.2020d.METZGEREI: Offiziell beste Jung-Fleischfachleute 2020
11.09.2020d.METZGEREI: Perfekt schneiden mit dem richtigen Messer
05.09.2020d.BÄCKEREI: Neue Erkenntnisse zur Bekömmlichkeit von Weizenbroten
28.08.2020d.KÄSE: Schwyzer Käserei wegen Listerien geschlossen
21.08.2020d.GASTRONOMIE: Perfekt schneiden mit dem richtigen Messer
14.08.2020d.METZGEREI: Fleischmarkt erholt sich von Corona
14.08.2020dERNÄHRUNG: Viel Eiweiss schützt vor Leberfett
07.08.2020d.TECHNOLOGIE: Komplizierte Herstellung veganer Lebensmittel
01.08.2020d.Verpackung: Schutzfunktion von MAP bis Nanotech
24.07.2020dHYGIENE: Bekämpfung von Listerien in verzehrsfertigen Frischprodukten
18.07.2020d.METZGEREI: Fleisch von exotischen Tieren auf Schweizer Tellern
11.07.2020d.TECHNOLOGIE: Anuga FoodTec 2021 mit Schwerpunkten Automation und Digitalisierung
04.07.2020d.CONFISERIE: Innovative Couverture aus 100% Kakaofrucht
27.06.2020dGASTRONOMIE: Takeaway-Technik - schnell und doch Gourmet-like
19.06.2020d.BÄCKEREI: Rückläufige Nachfrage nach Frischbrot
13.06.2020dMETZGEREI: Das Geheimnis der Rohwurst-Starterkulturen
06.06.2020d.GASTRONOMIE: Gewürze durch Rösten veredeln
30.05.2020d.GASTRONOMIE: Smoker und Gasgrill zum Räuchern
22.05.2020d.LANDWIRTSCHAFT: Markttrends im Zeichen von Corona
15.05.2020d.GASTRONOMIE: Technologien für eisgekühlten Kaffee
Ecke für Profis
27.11.2020
.BÄCKEREI: Neue Erkenntnisse zu Weizen- / Dinkel-Unverträglichkeit:

Eine neue Studie zeigt, dass die Proteine bei Weizen und Dinkel auch von Sorte und Anbauort abhängen. Der Gehalt potenziell allergener Proteine kann um den Faktor 20 schwanken.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland